Mit Mühlen hatte Hans-Gerd Gerdes den größten Teil seines bisherigen Lebens nicht allzu viel im Sinn. Ihn beschäftigten die heimische Natur und ihr Schutz.

Geboren wurde er am 3. Februar 1952 auf dem Bauernhof seiner Eltern in Niens, und mit der größten Selbstverständlichkeit ergriff auch er den Beruf des Landwirts. Zupacken, ohne viele Worte das Nötige tun, das lag ihm. Doch es reichte ihm nicht. Nach seiner Lehre bei Theys Francksen studierte er in Osnabrück. Dort lernte er seine spätere Frau Rosemarie kennen, Tochter eines Müllers aus dem Emsland und Lehramtsstudentin.

Sie brachte ihn auf eine ganz neue Schiene: Lehrer werden. Kaum hatte er 1973 seinen Agrar-Ingenieur gemachte, hängte er ein Lehramtsstudium dran. „Das habe ich noch keinen Tag bereut“, sagt Gerdes. „Die Arbeit mit Kindern macht mir unheimlich viel Spaß.“

Seinen Schwerpunkt legte er auf naturwissenschaftliche Fächer: Biologie und Erdkunde, dazu Sport. 1976 kam er zur damaligen Mittelpunktsonderschule an der Atenser Fröbelstraße. Hinter der Schule entstand unter seiner Regie ein großes Feuchtbiotop.

1979 holte Enno Hansing den Umweltschützer in den Rüstringer Heimatbund, 1980 machte er ihn zum stellvertretenden Vorsitzenden – zunächst mit Schwerpunkt Umwelt- und Denkmalschutz. 1985 übernahm er – zusammen mit einem Dutzend älterer Landwirte – die ehrenamtliche Betreuung des größten technischen Denkmals: der Moorseer Mühle. „In der Gruppe bin ich immer noch der Jüngste“, lacht Gerdes.

Hier konnte er wieder richtig anpacken: restaurieren, organisieren, informieren. Rund 20 000 Kinder hat er museumspädagogisch betreut. Wenigstens dreimal pro Woche fährt er hin, „das ist inzwischen mindestens einmal um den Erdball – ohne Kilometergeld.“ Die Sommerferien verbringt er immer in Moorsee. Das nächste große Vorhaben ist die Restaurierung des Müllerhauses.

In den Achtzigerjahren war Hans-Gerd Gerdes fünf Jahre lang Vorsitzender des Naturschutzvereins Nordenham. Mit seiner Kamera hat er die Entwicklung der Landschaft festgehalten; immer wieder referiert er öffentlich, um Bewusstsein zu schaffen für die Schönheit unserer Region. Seit 1986 ist Gerdes an der Grundschule Burhave tätig. Seine eigenen Kinder sind längst aus dem Haus: Der 30-jährige Jens studiert Linguistik, der 27-jährige Arne arbeitet als Kameraassistent für den NDR. bi

Hans-Gerd Gerdes

Mühlen-Freund

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