Brake Der Windpark Golz-warder Wurp nimmt konkrete Formen an. In der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstagabend sprachen sich fast alle Mitglieder für das Vorhaben aus. Lediglich Dr. Gesa Hansen von der Wählergemeinschaft Brake (WGB) votierte dagegen. Die Landschaft werde zerstört. Die zweite Auslegung wird nun nach erfolgter Abwägung vorgenommen, um die Öffentlichkeit sowie Behörden und Träger öffentlicher Belange frühzeitig zu beteiligen.

Thomas Aufleger vom Planungsbüro NWP (Oldenburg) stellte die Planungen im Entwurf vor. „Das Verfahren sei noch nicht durch“, merkte er an. Die Standorte der zu errichtenden Anlagen stünden aber schon fest. Thomas Aufleger führte aus, dass von den ursprünglich sieben geplanten Anlagen nur sechs gebaut würden. Aufgrund des Denkmalschutzes würde auf die geplante 149,40 Meter hohe Anlage im südlichen Teil des geplanten Windenergieanlagenparks verzichtet. Die Anlage hätte nur 550 Meter entfernt zu einem Denkmal, dem Mordstein, gestanden.

Gebaut werden sollen allerdings die sechs jeweils 149,50 Meter hohen Anlagen. Ein vier Meter breiter Erschließungsweg sei geplant, so Thomas Aufleger. Er betonte, dass bezüglich des Schattenwurfs und des Schallschutzes vollständige Gutachten vorlägen. Die Schallwerte würden eingehalten, bezüglich des Schattenwurfs der betriebenen Anlagen sei eine Abschaltautomatik einzubauen. Auch hinsichtlich des Infraschalls seien alle Untersuchungen ausgewertet worden. „Bei den Abständen ist das kein Thema und nicht relevant für das Planverfahren“, sagte Thomas Aufleger.

Es gab eine Artenschutzprüfung. Sechs Horste von Weißstörchen liegen zwei Kilometer weit entfernt. Eine Kartierung über den Lebensraum und das Verhalten der Weißstörche soll jetzt erfolgen. Gutachten gibt es auch über Fledermäuse und Seeadler. Laut Thomas Aufleger ist der Eingriff in das Landschaftsbild durch den Windpark allerdings nicht kompensierbar. Hier müsse eine Abwägung erfolgen.

Die Mitglieder des Bauausschusses waren sich im Wesentlichen einig. Ein öffentliches Beteiligungsverfahren sollte auf den Weg gebracht werden, sagte Hans-Otto Meyer-Ott (Grüne). Seine Fraktion werde der Vorlage zustimmen. Auch Claus Plachetka (CDU) stimmte zu. Für die Nutzung regenerativer Energie sprach sich auch Marcel Schmikale (SPD) aus. „Wir müssen den Weg zu Ende gehen, wenn er rechtlich geprüft und abgesichert ist“, betonte er.

Um noch Standorte für Windparks zu ermitteln, war das Stadtgebiet untersucht worden (Standortkonzept Windenergie 2014). Neben der Zone im Bereich Hammelwarder Moor konnte die rund 59 Hektar große Fläche im Bereich Golzwarder Wurp ermittelt werden.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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