Nordenham Mit Trillerpfeifen, Warnwesten, roten Gewerkschaftsjacken, Fahnen und Transparenten haben am Mittwochvormittag in Nordenham etwa 600 Beschäftigte an einem Demonstrationszug der Industriegewerkschaft Metall teilgenommen. Der Zug führte über 4,4 Kilometer vom Werk von Premium Aerotec in Einswarden mit Stationen bei weiteren Nordenhamer Industriebetrieben bis zum Marktplatz.

Einige hundert weitere Metallarbeiter in Nordenham und weiteren Betrieben im Landkreis haben nach Angaben von Vertrauensleuten der IG-Metall zuvor oder währenddessen an Warnstreiks teilgenommen.

Anlass: Mit einem sogenannten Küstenaktionstag sollte im Bezirk Küste der IG Metall Druck gemacht werden, damit die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie den Gewerkschaftsforderungen nach sechs Prozent mehr Geld entgegenkommen (siehe auch Wirtschaft). Die vierte Verhandlungsrunde findet an diesem Donnerstag in Hamburg statt.

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Sollte es zu keiner Einigung kommen, werden in der kommenden Woche in der Wesermarsch ganztägig von 6 bis 6 Uhr Warnstreiks stattfinden. Das kündigten Martin Schindler (Geschäftsführer der IG Metall Wesermarsch) und Gewerkschaftssekretär Jochen Luitjens am Mittwoch im Gespräch mit der NWZ an. Die Beschäftigten in der Wesermarsch seien streikbereit, sagten sie.

Am Warnstreik am Mittwoch beteiligten sich Beschäftige von Premium Aerotec, NKT, ATB, Zinkhütte, Weser-Metall, Norddeutsche Seekabelwerke, Eaton Industries, Leoni, Abeking & Rasmussen, Fassmer-Werft und Elsflether Werft.

Nach Angaben von Ralf Bremer, Vorsitzender der IG Metall-Vertrauensleute bei Premium Aerotec (PAG), haben am Mittwoch insgesamt 1200 PAG-Mitarbeiter der Früh- und der Tagschicht die Arbeit niedergelegt (bei PAG sind 3000 Menschen tätig).

Am Demonstrationszug haben laut Ralf Bremer etwa 400 PAG-Beschäftigte teilgenommen. Die übrigen seien nach Hause gegangen. Ganz wichtig sei gewesen, dass keine Mitarbeiter in den Werkshallen tätig waren. „Die Hallen waren tatsächlich leer“, so Ralf Bremer.

Bei der Kundgebung auf dem Marktplatz rief der PAG-Vertrauensleute-Vorsitzende seinen Kollegen zu: „Wir müssen Zeichen setzen.“ Mit Blick auf mögliche weitere Tarifkonflikte fügte er hinzu: „Wir werden Kante zeigen.“

Auch Bodo Bär, Betriebsratsvorsitzender der Nordenhamer Zinkhütte, äußerte sich gegenüber der NWZ zufrieden über den Aktionstag, zumal sich 70 Hüttenarbeiter beteiligt hätten. Die Zinkhütte zählt 350 Mitarbeiter, die in vier Schichten arbeiten.

Für die Jugendvertretung des PAG-Werkes und die Auszubildenden sprach Ann-Kathrin Bouda. Sie untermauerte eine weitere Forderung. Demnach sollen Auszubildende jeweils einen Tag vor schriftlichen und praktischen Prüfungen freigestellt werden.

Volker Karstaedt, Betriebsratsvorsitzender der Fassmer-Werft in Berne, sagte: „Wir haben einen Haustarifvertrag und noch kein Angebot unseres Arbeitgebers. Wir wollen zeigen, dass auch wir bereit sind zu kämpfen. Wir sind aber zuversichtlich, das unser Arbeitgeber ein Angebot vorlegen wird.“

Gewerkschaftssekretär Dominique Lembke von der IG-Metall-Bezirksleitung Küste in Hamburg sagte, die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie könnten keine guten Argumente gegen die Forderungen der IG Metall vorbringen, denn die Wirtschaft boome. Diese Kundgebung in Nordenham sei ein ganz starkes Signal für die Forderungen der IG Metall im Tarifkonflikt.


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Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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