Nordenham Es geht um das sogenannte Weser-Tor Gelände, wo sich heute die Einkaufsmärkte von Rewe und Penny befinden – und um einen Zebrastreifen, der dort inzwischen wie ein Fremdkörper wirkt. Soll er verlegt werden? Oder besser noch: ganz verschwinden?

Dieser Zebrastreifen befindet sich in der Ludwigstraße einige Meter vor den Parkflächen von Penny und Rewe auf der einen Seite und der Einmündung der Jakobstraße als Beginn der Fußgängerzone auf der anderen Seite.

Was hat die Debatte ausgelöst ?

Die WIN-Fraktion hat beantragt, diesen Zebrastreifen um etwa zehn Meter zu den Parkflächen hin zu verlegen. Begründung: Der überwiegende Teil der Menschen, die die Einkaufsmärkte besuchen und anschließend in die Fußgängerzone gehen, benutzen nicht diesen Zebrastreifen, sondern den mit roten Pflasterungen unterbrochenen Übergang direkt zur Jakobstraße. Zur besseren Sichtbarkeit für Autofahrer, aber auch zur größeren Sicherheit für Fußgänger sei es nötig, so die WIN, den Zebrastreifen zu verschieben.

Baudezernentin Ellen Köncke wandte dazu im Bauausschuss ein: In der durch rote und graue Pflasterstreifen herausgestellten Übergangsfläche auf der Ludwigstraße zwischen Parkflächen und Beginn der Fußgängerzone seien Fußgänger und Fahrzeugverkehr gleichberechtigt. Bisher sei es hier nicht zu Unfallgefahren gekommen. Der Zebrastreifen davor sei wegen einer Signalwirkung sogar von Vorteil.

Zudem wies die Baudezernentin darauf hin, dass eine Verlegung des Zebrastreifens etwa 35 000 Euro kosten würde, weil dafür die vorhandene Pflasterung aufgenommen werden müsste.

Mustafa Sahin (WIN) plädierte dennoch für eine Verlegung des Zebrastreifens, denn die Ludwigstraße sei eine Durchgangsstraße.

Astrid Ammermann (Linkspartei) sagte: „Fast ganz Nordenham schüttelt den Kopf über diesen Zebrastreifen. Der ist da falsch.“ Ähnlich Angelika Zöllner (SPD): „Diesen Weg benutzt niemand, deshalb kann man den Zebrastreifen entfernen. Hier reicht ein Hinweisschild auf die Fußgängerzone.“

Wie viele Fußgängersind betroffen ?

Baudezernentin Ellen Köncke ergänzte daraufhin ihre Ausführungen: Pro Stunde queren 450 Fußgänger diesen Bereich – aber eben nicht über den Zebrastreifen. Halteverbotsschilder sind aufgestellt worden. Seither sind keine heiklen Situationen mehr wegen einzelner parkender Autos am Übergang aufgetreten.

Wilfried Fugel (SPD) merkte an: „Wir haben es hier mit einer Gemengelage zu tun, die man nicht ohne Weiteres auflösen kann.“

Die Diskussion im Bauausschuss schien aus dem Ruder zu laufen, als dann Tim Lorenz, Mitarbeiter im Stadtplanungsamt, das Wort ergriff. Er war als Mitarbeiter der Stadt an den Wesertor-Planungen in den Jahren 206/2007 beteiligt und erinnerte sich:

Über die Gestaltung dieses Übergangs zwischen Wesertor-Parkflächen und Jakobstraße (als Eingang der Fußgängerzone) sei damals intensiv beraten worden. Zum Schutz der Fußgänger sei der Übergang daher aufwendig mit roten und grauen Streifen gepflastert worden. Das habe sich inzwischen bewährt. Der Zebrastreifen sei lediglich als Relikt aus der Zeit übrig geblieben, als es an dieser Stelle noch eine Straßenkreuzung gegeben hatte.

Wie ist die Entscheidung
ausgefallen
?

Tim Lorenz zog daraus das Fazit: „Wir wollen jetzt etwas regeln, was wir gar nicht regeln müssen. Am besten wäre es, den Zebrastreifen einfach abzukratzen.“ Daraufhin stimmte der Bauausschuss gegen die Stimmen von Mustafa Sahin und Astrid Ammermann mit großer Mehrheit dafür, dass der Zebrastreifen bald abgekratzt, also entfernt werden soll.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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