Nordenham Hörsäle sind erfahrungsgemäß bei bestem Wetter und sommerlichen Temperaturen weitestgehend verwaist. Nicht so in Nordenham, als die dritte Kiwi („Kinder wissen mehr“)-Vorlesung dieses Semesters mit dem Titel „Gemüse aus der Wesermarsch – voll im Trend!“ stattfand. Im Gegenteil: Die 20 Mädchen und Jungen mussten nach der gut einstündigen Veranstaltung von Astrid Ripkens aufgefordert werden, den Hörsaal zu verlassen. „Schluss jetzt mit der Raubtierfütterung“, meinte die Mitarbeiterin von Nordenham Marketing & Touristik lachend, als die Kinder bei der Verköstigung mit frischem Gemüse aus der Region kein Ende fanden.

Mehr Gurke und Paprika

„Noch mehr Paprika“, „Ich will noch Gurke“, „Und ich noch mehr Tomaten“, war da immer wieder zu hören, als die jungen Studenten sich um das Dozentenpult tummelten. Da sage noch jemand, dass der Nordenhamer Nachwuchs kein Faible für schmackhaftes und gesundes Essen hat.

Zugegeben, die theoretischen Ausführungen über die Empfehlungen der so genannten Ernährungspyramide kamen bei den jungen Zuhörern nicht ganz so gut an, die praktischen Geschmackstests dafür umso mehr. „Ich möchte noch einmal die deutsche Gurke probieren. Die schmeckt viel besser“, sagte beispielsweise der achtjährige Benjamin Bunjes. Er war nicht der einzige, der die geschmacklichen Vorzüge des regionalen Gemüses gegenüber den niederländischen Produkten aus dem Supermarkt zu schätzen wusste.

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Im Gespräch mit den Kindern fand die Ernährungsexpertin und Gastdozentin Hille Tiarks auch heraus, dass viele Familien mittlerweile auf einen gesunden und nachhaltigen Gemüseeinkauf achten.

Aussehen und Frische, Herkunft, Verpackung, Anbau-Art, Reifegrad und Konsistenz der Produkte sind die Faktoren, auf die immer mehr Verbraucher beim Einkauf von Obst und Gemüse achten. Gekauft wird nicht nur im Supermarkt oder Discounter, sondern ebenso auf dem Wochenmarkt und in Hofläden.

Viele der Kiwi-Besucher haben zudem das Glück, einen eigenen Garten zu haben. Theis Schwarting aus Esenshamm bewirtschaftet sogar sein eigenes Gemüsebeet, in dem er Kürbisse, Zuckererbsen, Buschbohnen, Zitronenmelisse und verschiedene Blumenarten angepflanzt hat. Herangeführt an sein neues Hobby wurde der Zehnjährige von seiner Oma, mit der er im letzten Jahr noch zusammen ein Gemüsebeet versorgt hat. „Da hat sich alles gut entwickelt. Und wegen der Schnecken haben wir einfach Schneckenkorn verwendet“, erklärte er.

Es muss also nicht immer das fade Billiggemüse sein, um den Körper mit den notwendigen Vitaminen, Mineral-und Ballaststoffen zu versorgen. Man muss die Naturprodukte mit allen Sinnen wahrnehmen.

Zertifikate erwünscht

Schön wäre es natürlich, wenn es – ähnlich wie beim Fleisch – eine Zertifizierung für die genaue Herkunft des Gemüses geben würde. „So etwas würde ich mir wünschen“, sagte Hille Tiarks aus der Gemeinde Jade. Die Ernährungswissenschaftlerin arbeitet viel mit Grundschulkindern zusammen.

Die Schüler der dritten und vierten Klasse können bei ihr im Sachkundeunterricht den Ernährungsführerschein erwerben. Hier erlernen sie unter anderem den richtigen Umgang mit Lebensmitteln, die Produkte mit allen Sinnen wahrzunehmen, zuzubereiten und zu genießen. Es geht dabei auch um wertschätzendes, umwelt- und klimafreundliches Handeln.

Die nächste Kiwi-Veranstaltung findet am 12. Juni statt. Auf dem Programm steht dann eine Exkursion in den Langwarder Groden. „Die Natur holt sich ihr Land zurück“ lautet das Thema der vierten und letzten Veranstaltung in diesem Sommersemester.

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