Nordenham Einsam steht ein alter Kinderstuhl mitten im Raum, auf der Tafel sind die mit Kreide geschriebenen Rechenaufgaben noch zu erkennen. In dem altehrwürdigen Gebäude gibt es viele Erinnerungen an die Zeiten, als dort die Nordschule zu Hause war. Um die zukünftige Nutzung der Immobilie, die seit dem Sommer 2017 leer steht, ranken sich aber nach wie vor viele Fragezeichen. Es hatte sich zwar eine Lösung abgezeichnet, die einen Verkauf des Gebäudes an einen Investor und eine anschließende Vermietung an eine gemeinnützige Einrichtung vorsah. Doch nach Informationen der NWZ ist dieses Vorhaben so gut wie gescheitert. Damit stehen die Bemühungen, neues Leben in das Gründerzeitgebäude zu bekommen, wieder auf Null.

Der stellvertretende Chef der Nordenhamer Stadtverwaltung, Bert Freese, will sich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht zu den Verkaufsverhandlungen äußern. Er bestätigt allerdings, dass die Gespräche ins Stocken geraten sind und der Stadtrat nach der Sommerpause über das weitere Vorgehen entscheiden will.

„Wir waren auf einem guten Weg“, blickt Bert Freese auf einen im Dezember 2018 gefassten Ratsbeschluss zurück. Da hatte der Stadtrat unter mehreren Kaufinteressenten einen Investor ausgewählt, der ein Nutzungskonzept mit einer gemeinnützigen Einrichtung als Mieterin präsentierte.

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Bedingungen gestellt

Die Vergabe des Zuschlags war allerdings mit bestimmten, von den künftigen Nutzern einzuhaltenden Bedingungen verbunden. In den weiteren Verhandlungen stellte sich dann heraus, dass der ins Auge gefasste Mieter nicht bereit ist, diese Vorgaben der Stadt Nordenham zu erfüllen.

Wie die NWZ erfahren hat, will Bürgermeister Carsten Seyfarth noch einen letzten Versuch starten, um eine Einigung zu erzielen. Die Erfolgaussichten sind allerdings bescheiden. Daher gibt es bereits einen Plan B. Der sieht vor, das bisher verfolgte Konzept zu beerdigen und das Gebäude an einen anderen Bewerber zu veräußern. Welche Nutzungsvariante dann in Betracht kommen, bleibt abzuwarten.

Die Geschichte der Nordschule reicht bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts zurück. Am 7. Juni 1906 hatte sie an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Viktoriastraße den Betrieb aufgenommen und war damals die dritte Lehranstalt in Nordenham neben den Schulen Süd und Atens. Mit drei Klassen und drei Lehrern ging es los. 1908, im offiziellen Gründungsjahr der Stadt Nordenham, wurde ein Erweiterungsbau errichtet, so dass 303 Kinder in fünf Klassen die Schule besuchen konnten. Die höchste Schülerzahl in ihrer Historie erreichte die Lehranstalt im Jahr 1946 mit 539 Mädchen und Jungen. Ab 1976 war sie eine Grundschule.

Nach 111 Jahren kam im Juni 2017 das Aus für die traditionsreiche Nordschule. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen – zuletzt waren es 42 – musste sie den Betrieb einstellen.

Zwei Ausschreibungen

Den Beschluss, das nicht mehr benötigte Gebäude mitsamt dem 4683 Quadratmeter großen Grundstück zu verkaufen, hat der Stadtrat bereits vor zwei Jahren gefasst. Auf der Grundlage einer gutachterlichen Bewertung legte die Stadt die Mindestsumme auf 320 000 Euro fest. In der ersten Ausschreibungsrunde meldeten sich zwar Interessenten, aber keiner von ihnen reichte fristgerecht das geforderte Mindestgebot ein. Daher erfolgte eine zweite Ausschreibung. Diesmal gegen gegen Höchstgebot und mit der Einschränkung, dass der Verkauf nur mit Zustimmung des Stadtrates über die Bühne gehen kann.

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Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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