Nordenham Pralle Sonne, zermürbende Hitze und keine Möglichkeit zu entkommen: Straßenbauer, Dachdecker und andere Handwerker müssen ran an die Arbeit, egal wie warm es ist.

Die Männer auf der Baustelle an der Atenser Allee nehmen die Hitzewelle, die zurzeit ganz Deutschland im Griff hat, locker. „Man lernt, mit so einer massiven Hitze irgendwie umzugehen. Der frische Asphalt ist ja immerhin bis zu 180 Grad heiß, also sind 34 Grad ja wohl machbar“, schmunzelt Till Fitzke, der seit knapp zehn Jahren auf dem Bau tätig ist. Die Arbeit im Freien hat aber mitunter auch Vorteile: „Zurzeit stehen wir ganz günstig, direkt hinter einem großen Baum. Der gibt uns ein paar schattige Stunden“, sagt er.

Rollen tauschen

Für Rüdiger Nowotny, der seit 27 Jahren auf dem Bau arbeitet, ist klar, dass der Job nun mal gemacht werden muss. Sein Alternativvorschlag: ein Tausch zwischen Büro- und Bauarbeitern, um Abwechslung in den Alltag zu bringen. „Vielleicht macht es allen ja viel Spaß hier“, sagt er.

Die extreme Wärme betrifft auch die Beschäftigten des städtischen Bauhofs. „Unser Rat ist, eine Stunde eher anzufangen, um nicht in der Nachmittagshitze zu schuften“, sagt der stellvertretende Bauhofleiter Bernd Bunjes. Damit verschiebt sich die Arbeitszeit von 7 bis 16 auf 6 bis 15 Uhr. Sofern es möglich ist, sollte die pralle Sonne vermieden werden. „Früher anfangen können die Bauarbeiter nicht. Das wäre dann eine Lärmbelästigung, wenn morgens um fünf die großen Maschinen angeschmissen werden“, sagt Bernd Bunjes. Schließlich seien die Nächte in Hitzeperioden wichtig, um eine körperliche Entspannung zu bekommen.

Leichte Kost

Die Arbeiter sollten auch viel trinken und nur leichte Kost zu sich nehmen. „Von einem schwer verdaulichen Eintopf ist abzuraten“, scherzt Bernd Bunjes. „Eine weitere Möglichkeit ist es natürlich, Überstunden abzuarbeiten“, sagt er. Aber das komme ja nicht für jeden in Frage.

Einige Arbeiter auf der Straßenbaustelle in Atens haben ihre eigene Strategie entwickelt, um die Hitze erträglich zu machen. Sie tragen aufgekrempelte Hosenbeine und kurze T-Shirts. „Ich schütte mir immer ein bisschen Wasser über das Gesicht, um eine leichte Abkühlung zu bekommen“, erzählt der 26-jährige Sabri Petkas.

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Die Dachdecker der Firma Ralle aus Nordenham sehnen sich ein bisschen nach ihrer Schulzeit zurück. „Ja, damals hatten wir dann einfach Hitzefrei, das war toll“, sagt Manuel Hillmann, der seit 19 Jahren als Dachdecker arbeitet. In der Berufswelt sei es leider nicht mehr möglich, wegen zu hoher Temperaturen nach Hause zu fahren. Allerdings habe ihm sein Chef angeboten, früher Feierabend zu machen. Zudem rät Firmeninhaber Gerd Ralle seinen Leuten, Pausen einzulegen und viel Wasser zu trinken.

„Bei mir schlägt die Hitze etwas auf den Appetit“, sagt der Dachdecker Ole Richter (21). Es sei für ihn aber noch einigermaßen erträglich, da es vormittags kühler sei. „Die Hitze ist ja auch bald wieder weg“, weiß er.

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Michael Diederich Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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