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Nordenham Die Dauerausstellung im Museum Nordenham ist um zwei außergewöhnliche Exponate reicher: „zwei sehr hübsche Rindviecher – eine sehr hübsche Kuh und ein sehr hübscher Stier“, wie der Vorsitzende des Rüstringer Heimatbundes, Hans-Rudolf Mengers, Dienstagnachmittag gegenüber der Presse lächelnd bemerkte. Die beiden Bronzefiguren haben laut Mengers zwei herausragende Besonderheiten.

Zum einen handelt es sich um Ehrenpreise, die Ende 1895 der damals in der Wesermarsch sehr bekannte Pferde- und Rinderzüchter Eduard Lübben aus Sürwürden in der heutigen Gemeinde Stadland bekommen hatte. Er züchtete die englische Rasse der Shorthorn-Rinder und pflegte Handelsbeziehungen bis nach Russland. Die Auszeichnung bekam er vor rund 120 Jahren in Köln, weil diese Stadt damals ein Zen-trum des Ochsenhandels war.

Die Bronzefiguren sind zudem laut Hans-Rudolf Mengers etwas Besonderes, weil sie der Berliner Bildhauer Friedrich Wilhelm Wolff geschaffen hat, der ein bedeutender Künstler des 19. Jahrhunderts war. Er war auf die Darstellung von Tieren spezialisiert und wurde daher auch „Tier-Wolff“ genannt.

Ein Zufall hat die Figuren zurück in die Wesermarsch geführt. Ursula und Walter Kurzweg aus der Kleinstadt Wassenburg bei Köln sind Kunstfreunde und -kenner. Sie sind während einer Auktion in Köln auf die Kunstwerke aufmerksam geworden. Sie haben die beiden Rinder-Bronzefiguren erworben und mitgenommen in ihr Ferienhaus in Süllwarden in der Gemeinde Butjadingen.

Darüber hat die NWZ im Juli berichtet mit der Schlagzeile „Vom langen Weg zurück in die Heimat“ (Ausgabe vom 7. Juli). Darauf ist der Rüstringer Heimatbund aufmerksam geworden, hat mit dem pensionierten Lehrerehepaar gesprochen und die beiden „Rindviecher“ zu dem Preis (2500 Euro) erworben, den Ursula und Walter Kurzweg bei der Auktion in Köln bezahlt hatten.

„Das sind künstlerisch wertvolle Plastiken, die sehr gut ins Friesenzimmer des Museums passen, das auch als Trauzimmer genutzt wird. Denn hier finden sich weitere Exponate früherer wohlhabender bäuerlicher Landwirtschaft in der Wesermarsch“, sagt Museumsleiter Dr. Timothy Saunders.

Möglich wurde dieser Erwerb, weil der Heimatbund die halbe Summe als eine Spende der Familie der verstorbenen plattdeutschen Autorin Myra Stuhrmann erhalten hat. Denn die Autorin hatte für ihre Beerdigung statt Kränze Spenden für den Heimatbund gewünscht.

„Wir haben gerne verkauft, weil die Bronzefiguren so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden“, sagt Walter Kurzweg. Er und seine Frau engagieren sich im Heimatverein Wassenburg und helfen dort mit am Aufbau eines Museums. Ihnen ist wichtig, dass auch in der Wesermarsch historische Traditionen sichtbar gemacht und ins Bewusstsein der hier heute lebenden Menschen gerückt werden.

Für Walter Kurzweg gehören daher Menschen, die sich in Heimatvereinen engagieren zu einer Elite im positiven Sinne.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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