Nordenham Um junge Menschen auch weiterhin für Feuerwehrarbeit begeistern und Einsatzkräfte für Effizienzsteigerungen bei immer höheren Herausforderungen motivieren zu können, müsse in Ausstattung, Ausbildung und Gremienarbeit investiert werden. Die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen erhofft sich Regierungsbrandmeister Dieter Schnittjer von der Novellierung des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes. Das machte der Vorsitzende des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes (OFV) bei der Vertreterversammlung in der Stadthalle Friedeburg deutlich.

Er ist der Ansicht, dass für die Finanzierung der notwendigen Ausbildungsgänge und der persönlichen Schutzausrüstung sowie für die dem Stand der Technik entsprechenden Geräte, Kommunikationsmittel und Fahrzeuge neben der Feuerschutzsteuer auch ein Posten Brandschutz im Landeshaushalt geschaffen werden müsse.

Zustimmung erhielt der OFV-Vorsitzende von den Ehrengästen der Vertreterversammlung, die ihre Statements aber nicht in Grußworten, sondern in kleinen Podiumsdiskussionen unter Leitung von Dieter Schnittjer und seiner beiden Stellvertreter, Heiko Basshusen und Udo Schwarz, zum Ausdruck brachten. So lobte auch Andreas Tangemann, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes, die Beteiligung der Wehren an der Novellierung des Brandschutzgesetzes. Man werde aber sehen müssen, welche der auf 750 Seiten formulierten Vorschlägen, die vom Ministerium wohl schon auf 150 Seiten gekürzt worden seien, umgesetzt werden.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann gab bekannt, dass im Landeshaushalt ein zweistelliger Millionenbetrag für Aus- und Weiterbildung eingeplant werden soll. Vom neuen Brandschutzgesetz erwartet sie auch eine Lösung der Probleme bei der Freistellung von Brandschützern durch ihre Arbeitgeber für die Ausbildung und eine bessere Unfallabsicherung.

Die Schaffung von Bundesfreiwilligen-Stellen bei den Feuerwehren regte SPD-Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag an.

Dass immer weniger Handwerksmeister zu den tragenden Säulen der Feuerwehr gehören, sei kein Problem der Zahl der Meisterabschlüsse, sondern das Ergebnis einer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, die oft mit weiten Arbeitswegen verbunden sei, meinte FDP-Landtagsabgeordneter Horst Kortlang.

Landrat Thomas Brückmann wies auf die große Bedeutung der Feuerwehren für den Küstenschutz hin.

Eine Minderung der Brandgefahren in landwirtschaftlichen Betrieben erwartet Dr. Ulrich Knemeyer, Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Versicherung Oldenburg, von einem von seinem Unternehmen geförderten Präventionsprogramm.

Auf den in der Gesellschaft gesunkenen Respekt vor Uniformen angesprochen, stellte Johann Kühme fest, dass das im Oldenburger Land bislang kein großes Problem sei. „Jeder Fall ist jedoch einer zu viel“, sagte der Präsident der Polizeidirektion Oldenburg. Er appellierte an die Feuerwehren, solche Fälle, wenn es sie denn gibt, anzuzeigen.

Dass Brandschützer bei der Aus- und Weiterbildung eine Woche lang die Schulbank drücken müssen, gehöre der Vergangenheit an, machte Oliver Moravec, Leiter der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NAKB) mit ihren Betriebsstellen in Celle und Loy, deutlich. Auf den demografischen Wandel habe man auch trotz Fachkräftemangels durch eine deutliche Aufstockung der Zahl der Ausbilder von 38 im Jahre 2009 auf derzeit 129 reagiert.

Trotz bestehender Probleme beispielsweise bei Umkleideräumen und sanitären Anlagen werde es eine Frauenquote bei der Feuerwehr nicht geben, sicherte die Frauensprecherin des Feuerwehrlandesverbandes Niedersachsen, Sabine Schröder, zu. Wer den Dienst bei der Feuerwehr tun möchte, soll es machen – aber freiwillig. Das gelte auch für Führungsaufgaben.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.