Nordenham Beste Lage direkt am Marktplatz, Abendsonne im Sommer. Trotz der guten Standortbedingungen steht die Brasserie, die zuletzt als Bodega firmiert hatte, seit etwa zwei Jahren leer. Als dort die Lichter ausgingen, war das ein großer Verlust für die Nordenhamer Kneipenszene. Doch jetzt gibt es einen Neuanfang: Der Hotelfachmann René Kittel übernimmt die Gaststätte und peilt die Wiederöffnung für Anfang Mai an. Der 36-jährige Nordenhamer erfüllt sich damit einen Lebenstraum. Für ihn ist es auch eine Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte – jedoch unter ganz anderen Vorzeichen.

René Kittel hatte die Brasserie schon einmal betrieben. Das war vom Winter 2006 bis zum Frühjahr 2008. „Damals lief das nicht so gut“, erzählt er, „da war ich zu jung und mir fehlte die Erfahrung.“ Die hat er inzwischen reichlich. 20 Jahre ist René Kittel mittlerweile in der Gastronomie tätig. Und die Begeisterung ist nach wie vor riesig: „Ich lebe für diesen Beruf“, sagt er.

Lehre in Abbehausen

Nach seiner 1999 begonnenen Ausbildung zum Hotelfachmann im Landhotel Butjadinger Tor in Abbehausen wurde er dort übernommen. 2003 wechselte René Kittel für kurze Zeit zum Café Lohmann und dann zur Brasserie, zunächst als Angestellter und später als Inhaber. Nach seinem nicht ganz so erfolgreichen ersten Brasserie-Kapitel kehrte René Kittel im Juni 2008 zum Butjadinger Tor zurück. In dem Abbehauser Gastronomiebetrieb war er über mehrere Jahre als Assistent der Geschäftsführung beschäftigt. Mitte dieses Monats nahm er seinen Abschied, um sich selbstständig zu machen.

Die Entscheidung, eine eigene Kneipe zu eröffnen, hatte der Nordenhamer während seines Urlaubs im November getroffen. Als er in der Innenstadt unterwegs war und an der verwaisten Brasserie vorbeilief, kam ihm der Gedanke, der ihn seitdem nicht mehr los ließ. René Kittel nahm Kontakt zu den Eigentümern der Immobilie auf. Dabei handelt es sich um die in Stade ansässige Lührs-Gruppe. Und dann ging alles ganz schnell. Alle Beteiligten sind sich seit Anfang dieser Woche einig, es fehlt nur noch der formelle Akt der Vertragsunterzeichung.

Mit im Boot ist auch die Veltins-Brauerei. Das im Sauerland ansässige Unternehmen tritt als Bierlieferant auf und übernimmt die Kosten für die Einrichtung der Gaststätte.

Bis zur Eröffnung der „neuen“ Brasserie gibt es noch einiges zu tun. Laut René Kittel soll das rustikale Ambiente mit dem massiven Holztresen zwar erhalten bleiben, aber er will mehr Helligkeit in den rund 250 Quadratmeter großen Gastraum bringen. Daher sollen die dunklen Wandverkleidungen verschwinden.

Zudem werden ein neuer Fußboden verlegt, die Sanitäranlagen modernisiert und die Küche auf Vordermann gebracht. Auf dem Podest im hinteren Bereich möchte René Kittel eine Lounge-Zone mit gemütlichen Sesseln schaffen. Insgesamt kann er 60 bis 70 Sitzplätze in der Brasserie unterbringen. Hinzu kommen bis zu 100 Plätze im Außenbereich.

Die Speisekarte ist bereits in Arbeit. Neben Schnitzel, Currywurst, Suppen und Spezialitäten mit regionaler Note dürfen die Baguettes als Brasserie-Klassiker natürlich nicht fehlen. Im Blick hat René Kittel auch die Frühstückskundschaft – mit Brunch an den Sonn- und Feiertagen.

Die genauen Öffnungszeiten stehen noch nicht fest. Aber eins ist bereits sicher: Donnerstags ist Ruhetag.

Früher „Sockenschuss“

Dass die Kneipe wieder Brasserie heißen soll, stand für René Kittel von Anfang an fest. „Das ist der geläufige Name, den alle Nordenhamer kennen“, sagt er.

Dass die Gaststätte am Marktplatz auch einmal die Bezeichnung „Sockenschuss“ hatte, können nur die älteren Semester wissen. Das war zu den Anfängen im Jahr 1992, als das Lokal im gerade neu errichteten Ostrand-Neubau von einer Braunschweiger Gastro-Kette betrieben wurde.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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