Friedrich-August-Hütte Das „Hütten-Frühstück“ ist eine alte Tradition in der Nordenhamer Zinkhütte, das aber nur noch zu besonderen Anlässen stattfindet. Ein solchen gab es an diesem Freitagmorgen: Mit dem Einbau des 16. Dachbinders wurde das „Bergfest“ bei der rund 8 Millionen Euro teuren Erneuerung der Dachkonstruktion und der Fassade der sogenannten „Bäderhalle“ gefeiert.

Die Elektrolyse, von den Mitarbeitern als Bäderhalle bezeichnet, ist das Herzstück der Nordenhamer Zinkhütte, die die einzige in Deutschland ist. In diesem Anlagenbereich wird mit 420 Elektrolysezellen und elektrischem Gleichstrom aus Zinksulfatlösungen Zink in hoher Reinheit gewonnen. Mittlerweile beträgt die Jahresproduktion rund 150 000 Tonnen.

Die Außenhaut der Halle, das Dach und die Fassade, waren in die Jahre gekommen. Hauptelemente des neuen Dachs für die 160 Meter lange und 28 Meter breite Halle sind 32 riesige Fachwerkbinder aus Stahl. Diese Träger bestehen aus drei Einzelteilen, die von der Firma Stahlbau Peters, die bei einer euroweiten Ausschreibung den Zuschlag für den Auftrag bekam, am Heimatstandort in Itterbeck (Grafschaft Bentheim) gefertigt werden. Anschließend erhalten die drei Teile in Holland einen Korrosionsschutz.

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Vor Ort neben der Bäderhalle werden die drei Teile zu 28 Meter langen und 7,5 Tonnen schweren Konstruktionen zusammengeschraubt. Ein Kran hebt sie über die Halle und befördert sie zu den Stellen, an denen sie ihre schadhaften Vorgänger ersetzen, die immerhin 44 Jahre auf dem Buckel haben.

Über den Bindern entsteht eine Abdeckung aus Porenbetonplatten, Dämmstoff und Bitumen. Auch die bisher mit Holz bestückten Giebel werden mit Porenbeton verkleidet.

Das Dach der Bäderhalle wird nicht nur erneuert, sondern auch um einen Meter erhöht. Mit der künftigen Firsthöhe von 17,5 Metern schafft das Unternehmen die Voraussetzung für den späteren Einbau einer neuen Krananlage für die Elektrolyse.

Die im Juli vergangenen Jahres begonnenen Bauarbeiten, die auch von Wind (wegen des Kraneinsatzes) und Temperaturen (Material) abhängig sind, erforderten eine dreijährige Planungszeit. Mit großem Aufwand wurde ein Ablaufkonzept ausgetüftelt, dass es zu keinerlei Einschränkungen für die Produktion in der Bäderhalle kommt. Dabei war zu berücksichtigten, dass sich direkt unter den Dachbindern die Kranbahnen für die Elektrolyse befinden.

„Wir haben bislang keine Tonne Zink weniger produziert, sondern in 2015 sogar ein neues Rekordergebnis eingefahren“, freut sich der zuständige Betriebsingenieur und Projektleiter Thomas Rada. „Dass das alles so reibungslos funktioniert, habe ich mir gar nicht vorstellen können“, gestand der stellvertretende Betriebsdirektor Frank Tiegges ein.

Thomas Rada, Frank Tiegges und Rainer Wahlers, kaufmännischer Leiter der Nordenhamer Zinkhütte, nutzten das „Hüttenfrühstück“, um dem zwölfköpfigen Montageteam der Firma Peters mit Bauleiter Karsten Muschielak und Mitarbeitern eines Subunternehmens für eine Topleistung zu danken. Das neue Dach soll Mitte des Jahres fertiggestellt, die Restarbeiten sollen im III. Quartal beendet werden.

Die 8-Millionen-Euro-Investition gilt auch als eine Zukunftssicherung der Nordenhamer Zinkhütte mit ihren rund 350 Mitarbeitern.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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