Friedrich-August-Hütte Noch steht der Schriftzug NKT Cables auf dem Firmenlogo. Aber bald heißt das weltweit tätige Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Brøndby bei Kopenhagen hat, nur noch NKT. Die Umbenennung ist Bestandteil einer Neustrukturierung der Geschäftsfelder. Diese Umstellungen hängen damit zusammen, dass NKT zum 1. März die in Schweden angesiedelte Hochspannungskabelsparte des Konzerns ABB übernommen hat. Der Wachstumskurs wirkt sich auch auf das NKT-Werk am Helgoländer Damm in Friedrich-August-Hütte aus. „Der Standort wird gestärkt“, betont Geschäftsführer Dr. Konstantin Kurfiss, „wir stellen uns breiter auf.“

Kollegen in Schweden

Die Produktionsstätte in Nordenham ist nun neben dem schwedischen Standort Alingsås das zweite Kompetenzzentrum für Kabelgarnituren aus dem Hause NKT. Beide Niederlassungen sollen sich ergänzen und dafür sorgen, dass NKT seine Produktpalette erweitern und sich neue Absatzmärkte erschließen kann.

3400 Beschäftigte

Weltweit sind bei NKT rund 3400 Mitarbeiter tätig. Das Unternehmen wurde 1891 in Dänemark gegründet und gehört heute zur NKT Holding mit insgesamt etwa 9000 Beschäftigten. NKT steht für Nordiske Kabel Traadfabriker.

NKT hat drei Produktionsstätten in Deutschland. Hinzu kommen Standorte in Schweden, Dänemark, Norwegen, Polen und Tschechien.

Die Übernahme der Kabelsparte von ABB basiert auf einem Gesamtunternehmenswert von 836 Millionen Euro.

Während die Garnituren am Helgoländer Damm aus Silikon gefertigt werden, verarbeiten die etwa 90 neuen Kollegen in Schweden den Kautschukwerkstoff EPDM. In Folge der Zusammenlegung ist NKT fortan in der Lage, den Kunden beide Technologien anbieten zu können. „Wir gehören künftig zu den drei bis vier größten Garniturenherstellern in Europa“, beschreibt Konstantin Kurfiss die Vorteile des Zusammenschlusses mit der ABB-Kabelsparte.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

In dem Nordenhamer Betrieb, der auch Komponenten für die Hochspannungskabelproduktion bei NKT in Köln liefert, sind rund 140 Mitarbeiter beschäftigt. Im Frühjahr 2016 hatte das Unternehmen aus strategischen Gründen die Gehäusetechnik-Fertigung aufgegeben. Damit gingen am Helgoländer Damm 51 Arbeitsplätze verloren. Inzwischen ist die Belegschaft wieder leicht angewachsen. Dieser Trend soll sich jetzt fortsetzen, auch wenn Geschäftsführer Konstantin Kurfiss keine konkreten Zahlen für Neueinstellungen nennen will.

Er verweist darauf, dass NKT erhebliche Investitionen in die Gebäude und in die Produktionsanlagen beschlossen hat. Es sei zudem beabsichtigt, neue Produkte in Nordenham zu entwickeln. Das alles seien eindeutige Hinweise auf den hohen Stellenwert des Standortes im Gesamtgefüge von NKT.

Diese Sicht der Dinge bestätigt Oliver Schlodder, der als Vorstandsmitglied bei NKT für das Service- und das Garniturengeschäft zuständig ist: „Der Standort Nordenham hat eine zentrale Bedeutung“, sagt er. Bei dem Firmenziel, „weltweit mit neuen Produkten zu wachsen“, spiele der Betrieb am Helgoländer Damm eine wichtige Rolle.

Drei Divisionen

Das Service- und Garniturengeschäft ist eine der drei Divisionen in der neu organisierten Konzernstruktur. Die beiden anderen sind der Hochspannungskabelbereich und die Application-Sparte, zu der die kleineren Nieder- und Hochspannungskabel sowie die Gebäudekabel zählen.

Ein bedeutendes Exportgeschäft war der Vertrieb der NKT-Garnituren schon immer, doch jetzt will das Unternehmen mit diesen Produkten noch weiter in die Welt hinaus. Neben vielen europäischen Ländern und Südafrika hat NKT vor allem Australien und Neuseeland als Absatzmärkte im Blick. „Dort wird kräftig in die Infrastruktur investiert“, sagt Oliver Schlodder. Dank der Übernahme der ABB-Sparte kann das Unternehmen im Hochspannungssegment jetzt zusätzlich zu den Wechsel- auch Gleichstromkabel anbieten, die es bisher nicht im Portfolio hatte. Dieser Kabeltyp ist besonders für sehr lange Strecken bei der Verbindung von Ländern und Inseln gefragt.

Dass NKT es mit seinen Expansionsplänen ernst meint, belegt zudem die Investition in ein eigenes Kabelverlegeschiff. Die nagelneue „NKT Victoria“ mit Heimathafen Oslo verlegt zurzeit Energiekabel in der Nordsee. „Mit dem Schiff können wir als Komplettanbieter auftreten“, betont Oliver Schlodder.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.