BURHAVE „Nicht viel schnacken, sondern was tun“: Das ist die Devise von Hans-Gerd Gerdes. Jetzt will er dieses Motto auch im Gemeinderat verfolgen, in den er mit 304 Stimmen gewählt worden ist – das zweitbeste Ergebnis in der dreiköpfigen Grünen-Fraktion.

Dabei ist Hans-Gerd Gerdes kein Mitglied der Grünen und hat auch nicht die Absicht, es zu werden, wie er sagt. Er sympathisiert nicht mit allen Positionen, die diese Partei vertritt, aber eben doch mit sehr vielen.

Entscheidung an Bord

Und er kennt Heinz Friele sehr gut, der von 2006 bis 2011 im Gemeinderat allein die Fahne der Grünen hochhielt. Als Gerdes Friele 14 Tage auf einer Segeltour durch das Ijsselmeer begleitete, reifte in ihm der Entschluss, für den Gemeinderat zu kandidieren. Anfang der 90er Jahre hatte Gerdes‘ Frau Rosemarie schon für die damalige Butjadinger Bürgergruppe (BBG) dem Rat angehört.

Hans-Gerd Gerdes gab im vergangenen März den stellvertretenden Vorsitz des Rüstringer Heimatbundes ab – und hatte jetzt auch die Zeit, sich politisch zu betätigen.

Gerdes ist fast 60 Jahre alt. Geboren wurde er am 3. Februar 1952 auf dem Bauernhof seiner Eltern in Niens, und mit der größten Selbstverständlichkeit ergriff auch er den Beruf des Landwirts. Zupacken, ohne viele Worte das Nötige tun, das lag ihm. Doch das reichte ihm nicht, und so nahm er nach seiner Lehre beim späteren CDU-Bürgermeister Theys Francksen ein Studium der Landwirtschaft in Osnabrück auf.

Dabei lernte er seine spätere Frau Rosemarie kennen, die Tochter eines Müllers aus dem Emsland und Lehramtsstudentin. Gerdes folgte ihrem Weg: Nachdem er 1973 Agrar-Ingenieur geworden war, hängte er ein Lehramtsstudium dran. „Das habe ich noch keinen Tag bereut“, sagt Hans-Gerd Gerdes.

1976 kam er zur damaligen Mittelpunktsonderschule nach Atens, wo unter seiner Regie ein großes Feuchtbiotop entstand. Gleichzeitig engagierte er sich für den Umweltschutz. Das fiel Enno Hansing auf, der ihn 1979 in den Rüstringer Heimatbund holte. 1980 wurde er stellvertretender Vorsitzender, seit 1985 leitet er die Mühlengruppe, die sich um das technische Denkmal in Moorsee größte Verdienste erworben hat.

Auf diesen Bürgersinn setzt Gerdes, der seit 1986 an der Grundschule Burhave unterrichtet, auch in Butjadingen. „Wir haben wenig Geld, große Sprünge können wir nicht machen“, sagt er. Aber auch mit wenig Geld lasse sich gemeinsam mit den Bürgern viel erreichen. Als leuchtendes Beispiel erscheint ihm der Garten Eden in Waddens. Etwas ähnliches sei, vielleicht eine Nummer kleiner, auch anderswo möglich. Für seinen Wohnort Burhave wünscht er sich mehr Grün und Beleuchtung am Deich.

Juze-Konzept gefällt

Auch das Juze-Konzept mit den dezentralen Treffpunkten für Jugendliche sagt dem 59-Jährigen zu. Die Gemeinde solle die Jugendlichen unterstützen, wenn sie selbst etwas wollten, aber es nicht übel nehmen, wenn eine neue Generation komme, die dieses Angebot nicht mehr annehme.

Die eigenen Kinder von Hans-Gerd und Rosemarie Gerdes sind aus diesem Alter längst heraus: Der 35-jährige Jens steht kurz vor der Voll- endung seiner Doktorarbeit in Linguistik, und der 33-jährige Arne, der in Hamburg lebt, hat Gerdes vor 13 Monaten zum Großvater gemacht.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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