FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE Auf der Zielgeraden wurde es noch einmal spannend. Kurz vor der Vertragsunterzeichnung ist Ende September der geplante Spartenverkauf des österreichischen Konzerns A-Tec geplatzt. In der Folge hing plötzlich auch die Übernahme der ATB Motorentechnik GmbH in Nordenham durch die Wolong Holding am seidenen Faden. Doch jetzt ist die Zitterpartie überstanden: Die Investoren aus China haben das Geschäft perfekt gemacht und für 105 Millionen Euro die komplette ATB-Gruppe gekauft.

Seit Donnerstag gehört das Motorenbau-Unternehmen, das am Helgoländer Damm 220 Mitarbeiter beschäftigt, endgültig zu Wolong. „Das ist für uns eine gute Nachricht“, sagt der Nordenhamer ATB-Geschäftsführer Harald Lutz. Auch die Betriebsratsvorsitzende Christa Silberbach ist erleichtert, dass der Wechsel zur Wolong Holding zustande gekommen ist. Bei den neuen Eigentümern aus China sei davon auszugehen, dass sie es mit ihren Zukunftskonzepten und Investitionsplänen ernst meinen. Bei einem reinen Finanzinvestor hätte die Sache anders ausgehen.

Der Gründer und Unternehmenschef von Wolong, Jiancheng Chen, hat angekündigt, innerhalb der nächsten drei Jahre rund 60 Millionen Euro in die ATB-Gruppe zu investieren. Den ATB-Umsatz von zuletzt 350 Millionen Euro wollen die Chinesen in fünf Jahren verdoppeln.

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Einen besonderen Schwerpunkt legen die neuen Eigentümer auf die Forschung und Entwicklung. Diese Kernbereiche des Unternehmens möchte Jiancheng Chen an einem Standort bündeln.

Neben den deutschen Werken in Nordenham, Mönchengladbach und Welzheim ist ATB mit Niederlassungen in Österreich, Serbien, Großbritannien, Polen und China vertreten. Insgesamt sind etwa 4300 Mitarbeiter bei dem Motorenbauunternehmen beschäftigt, das bislang der insolventen A-Tec Industries mit Stammsitz in Wien angegliedert war.

Das Kapitel A-Tec, das 2002 mit dem Wechsel von Moeller zu ATB begonnen hatte, ist für die Motorenbauer am Helgoländer Damm jetzt Geschichte. Die bislang in vier Divisionen aufgeteilte A-Tec wird zerstückelt und häppchenweise verkauft. „Das ist die größte Pleite in der österreichischen Industriegeschichte“, sagt Harald Lutz.

Die ATB-Belegschaft in Nordenham trauert der A-Tec nicht nach und sieht den Neuanfang unter chinesischer Führung positiv. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass dank der Komplett-Übernahme der ATB-Gruppe arbeitsrechtliche Einschnitte nicht möglich sind.

Als Vorstandsvorsitzender steht weiterhin Christian Schmidt an der Spitze der ATB-Gruppe. Auch auf der Führungsebene des Nordenhamer Standortes ändert sich nichts: Harald Lutz bleibt der Geschäftsführer und Werner Hölscher der Finanzchef.

Über den besiegelten Verkauf an die Wolong Holding wurden die Mitarbeiter am Freitagmorgen in einer Betriebsversammlung informiert. Die neuen Eigentümer aus Fernost hatten die Nordenhamer Motorenbauer schon Ende September kennengelernt. Da sah sich eine Delegation aus China unter der Leitung von Jiancheng Chen an dem Standort um. Bei der Gelegenheit nahm der Konzernchef auch gleich den ersten Spatenstich für die neue Lackierhalle vor.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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