Moorsee „Honig lässt sich importieren, Bestäubungsleistung nicht.“ Das war am Sonntag auf einem Banner an der Moorseer Mühle zu lesen. Es verwies auf den Aktionstag „Rund um die Biene“, den das Museum in Kooperation mit dem Imkerverein Jade-Weser organisierte. Die Informationsveranstaltung ist nicht neu. Sie wurde vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen. Neu ist aber, dass die Bevölkerung ein immer stärkeres Bewusstsein für die Fragen des Naturschutzes entwickelt. „Man merkt deutlich, dass das Interesse an den Bienen und der Natur extrem gestiegen ist“, sagte der Imker und Mitinitiator der Veranstaltung, Henning Wessels.

Und das spiegelte sich auch in den Besucherzahlen wider. 346 Interessierte kamen zum Aktionstag. Sie zeigten sich äußerst wissbegierig und stellten viele Fragen zu den Honigbienen, auf deren Bestäubung etwa 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge in Deutschland angewiesen sind. „Das ist wirklich toll, dass so viele differenziert nachfragen“, freute sich auch Museumsleiter Jan Christoph Greim.

Ein Dutzend Helfer

Rund ein Dutzend freiwilliger Helfer war im Einsatz, um Informationen über die empfindlichen Honigproduzenten weiterzugeben. Das Spektrum reichte von Fachliteratur und informativen Broschüren über die Demonstration lebender Bienenvölker mit den verschiedenen Bienenbeuten – das sind die Behausungen – bis hin zum Vorgang des Honigschleuderns. Nicht nur die jungen Besucher konnten Kerzen aus Bienenwachs herstellen oder sich an dem Verkaufsstand mit vorgefertigten Bienenkerzen, jeder Menge Honig und Honigbrot eindecken.

Für die jungen Besucher gab es zudem ein Kinderprogramm mit Mal-, Bastel- und Tast-Aktionen. Hand aufs Herz: Hätten Sie gewusst, dass Imker einen Stockmeißel verwenden, um die Zargen der Bienenbeute voneinander zu trennen und um aus der Beute Waben zu entnehmen? Und könnten Sie dieses Universalwerkzeug eines Imkers ertasten? Am Stand der Hobbyimkerin Andrea Scatulla, die in Butjadingen sechs Bienenvölker hat, konnte dies sogar der eine oder andere Grundschüler.

Ohnehin scheint es so zu sein, dass die Imkerei besonders bei den Jüngeren angesagt ist. „In unserem Verein mit 165 Mitgliedern sind viele unter 20 Jahren alt. Und auch die Zahl der Imkerinnen steigt“, erklärte Henning Wessels. Früher sei dieses Hobby vor allem bei Männern der älteren Jahrgänge sehr beliebt gewesen. „Vornehmlich bei Pastoren und pensionierten Lehrern“, schob der frühere Imkerverein-Vorsitzende schmunzelnd nach.

Malve und Lavendel

In Deutschland gibt es mittlerweile um die 90 000 Imker. Mit ihren annähernd einer Million Bienenvölkern sichern sie das Überleben der Flora. Aber auch Nicht-Imker können Bienen und andere Insekten tatkräftig unterstützen, beispielsweise mit Blühstreifen im Garten und bunten Blumenwiesen mit Malven, Katzenminze, Korn- und Sonnenblumen. Auch Kräuter wie Thymian, Lavendel oder zum Beispiel Salbei locken die lebensnotwendigen Bestäuber an. Das Gleiche gilt für zahlreiche Sträucher, Stauden, Zwiebelgewächse und Bäume wie Weiden, Kastanien, Linden oder Obstbäume sowie Insektenhotels.

Nicht zufällig wurden am Sonntag in Moorsee kleine Samentütchen kostenlos verteilt. Und auch Hennig Wessels sagte: „Früher ging es mir persönlich mehr um die Imkerei. Heute habe ich ein verstärktes Augenmerk auf die Natur und den Umweltschutz.“

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