Moorriem Entwarnung beim „roten Gebiet“ in Moorriem? Für Björn Thümler auf jeden Fall. Eine Antwort aus dem Umweltministerium auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten im Landtag legt das zumindest nah. Nach Thümlers Einschätzung dürften die Moorregion Moorriem-Fuchsberg und das Ipweger Moor im Zuge einer Neubewertung der Messstellen nicht mehr als „nitratbelastet“ berücksichtigt werden.

Rückblick: Für die Landwirte war es im Herbst ein Schock: Größere Teile der landwirtschaftlichen Flächen in Moorriem waren als so genanntes „rotes Gebiet“ ausgewiesen worden. Hier sollen künftig strengere Düngeregeln gelten. Grundlage ist die „Niedersächsische Verordnung über düngerechtliche Anforderungen zum Schutz der Gewässer vor Verunreinigung durch Nitrat oder Phosphat“ (NDüngGewNPVO). Allerdings wird die gerade verabschiedete Verordnung bereits überprüft.

Grundlage der Einschätzung war die Messstelle „Klein Bornhorst IV“. Die liegt allerdings auf der Geest, deutlich über den Flächen der Wesermarsch. Für die Landwirte stand schnell fest: Das könne nur ein Irrtum sein.

Björn Thümler hielt die Einschätzung als „nitratbelastet“ für falsch. Er stellte in seiner Kleinen Anfrage fest, dass ein räumlicher Zusammenhang mit der Moorregion Moorriem-Fuchsberg „unwahrscheinlich“ sei: Das Wasser fließe in der Regel von der westlich gelegenen Geest zu und somit nicht von den Moorflächen. Gleichlautend hatte auch das Landvolk Wesermarsch argumentiert.

Zwar hatte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) noch Ende November Zweifel an der Aussagekraft von Nitratmessungen zurückgewiesen. „Dass diese Gebiete angeblich auf Grund falscher Messungen zustande gekommen sein sollen, ist hanebüchen“, so Lies seinerzeit. „Es gibt überhaupt keinen Anlass, an den gelieferten Daten grundsätzlich zu zweifeln.“

Nun stimmt das Umweltministerium Thümler in der Antwort aber zu. Wörtlich heißt es in der Antwort: „Das Grundwasser fließt von der höher gelegenen Geest in die Unterwesermarsch bzw. Moorgebiete. Die Messstelle Klein Bornhorst IV liegt am Geest­rand, das Grundwasser fließt der Messstelle von der westlich gelegenen Geest zu, somit nicht von den Moorflächen. Von einer Beeinflussung des Messergebnisses an der Messstelle Klein Bornhorst durch die Moorflächen ist daher nicht auszugehen.“

Gegenüber Björn Thümler gibt das Umweltministerium den Nitratdurchschnittswert aller Messstellen in der Wesermarsch mit 0,28 mg/l an. Thümler: „Dieser Wert liegt deutlich unter dem Grenzwert von 50 mg/l. Das bestätigt noch einmal die Aussagen aus der Landwirtschaft, wonach sich Grünlandbewirtschaftung und Nitratbelastung im Grundwasser nachweislich ausschließen.“

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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