Wesermarsch „Haben wir in der Wesermarsch die richtigen Müllfahrzeuge im Einsatz?“, fragt Bernes Bürgermeister Franz Bittner in einem offenen Brief an Vertreter aus Politik, Verwaltung und Abfallwirtschaft. Anlass für Bittner ist ein tragischer Unfall in Oldenburg. Dort hatte ein Müllfahrzeug beim zurücksetzen einen 81-jährigen Passanten erfasst und tödlich verletzt. Zu einem ähnlichen Vorfall in der Region war es bereits im März dieses Jahres gekommen, als in Bad Zwischenahn (Landkreis Ammerland) ein solches Fahrzeug beim Rückwärtsfahren eine Fahrradfahrerin überrollt hatte. Die 79-Jährige erlag ihren Verletzungen.

Erst kurz vorher hatten sich die Entsorgungsunternehmen mit den Unfallversicherungsträgern und der Gewerkschaft Verdi auf Branchenregeln geeinigt, die für unvermeidbare Rückwärtsfahrten Sicherheitsmaßnahmen festlegen. Franz Bittner begrüßt zwar die Sorge aller Beteiligten um die Vermeidung von Unfällen, die Konsequenz daraus geht ihm jedoch nicht weit genug.

Belastung für Straßen

„Ich vermisse eine Auseinandersetzung mit den immer größer werdenden Sammelfahrzeugen“, so Bittner. „Müssen wir unsere verkehrsberuhigten Bereiche und die lastbeschränkten Straßen den Fahrzeugen anpassen?“ Selbst wenn große Wagen die Abfuhrkosten senkten, müssten die Bürger das womöglich mit neuen Ausbaubeitragssätzen teuer bezahlen, vermutet er. Als Alternative stellt Bittner kleinere, „dem Sammelgebiet angemessene“ Fahrzeuge als Alternative zur Diskussion.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Bei Rainer Penning, Geschäftsführer der GIB Entsorgung Wesermarsch, stößt er damit durchaus auf offene Ohren. „Wir wollen im kommenden Jahr untersuchen, in welchen Gebieten es sinnvoll sein könnte, kleinere Fahrzeuge einzusetzen“, erklärt Penning. Die Ergebnisse sollen anschließend dem Landkreis als Kalkulationsgrundlage für neue Verträge vorgestellt werden. Dabei könnte man aber wohl davon ausgehen, dass die Entsorgung nicht billiger wird, denn kleinere Fahrzeuge müssen bei gleicher Abfallmenge öfter fahren.

Darüber hinaus plant das Unternehmen eine umfassende Gefährdungsbeurteilung. „Wir durchforsten unser ganzes Abfuhrgebiet nach potenziellen Gefahrenpunkten“, erklärt Penning. Stichstraßen und Sackgassen ohne Wendehammer gibt es auch auf den Routen der GIB. Die Strategien beim Befahren solcher Straßen richten sich nach dem Typ des Müllfahrzeugs. Die Seitenlader, mit denen der Fahrer allein arbeitet, verfügen über Rückfahrkameras. Hecklader wiederum sind immer mit einem zweiten Mitarbeiter besetzt, der den Fahrer bei Rückwärtsmanövern einweist. „Auf Grundlage der Gefährdungsanalyse werden wir entscheiden, welche weiteren Hilfsmittel wir noch einsetzen können“, sagt Penning. „Es gibt zum Beispiel Sensoren, die Personen im Heckbereich erkennen und dann automatisch das Fahrzeug stoppen können.“

Vorausschauend planen

Kommunen und Anwohner mit aufwendigen Straßenumbauten und geänderten Verkehrsführungen zu belasten, ist auch für Penning keine zielführende Lösung. Er plädiert stattdessen für mehr Weitsicht in der Planung. „Es wäre sicherlich hilfreich, wenn schon bei der Aufstellung von Bebauungsplänen die Entsorgungsunternehmen mit eingebunden werden könnten“, sagt er. „Die Gemeinde Butjadingen zum Beispiel hat das bei ihrem jüngsten Bebauungsplan in vorbildlicher Weise getan.“

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.