Nordenham Warum baut ein Arzt aus Deutschland in einem Entwicklungsland wie Nepal ausgerechnet eine Klinik für plastische Chirurgie auf – auch bekannt als „Schönheitschirurgie“? Diese Frage stellt man sich nur so lange, bis man das Bild der kleinen Man Maya Bastola gesehen hat, wie sie der Zwischenahner Chirurg Dr. Andreas Settje 1999 in Nepal kennen gelernt hat. Das Kinn am Brustkorb festgewachsen, kaum in der Lage, sich überhaupt zu bewegen, und statt Worten nur zu tierähnlichen Lauten fähig – das waren die furchtbaren Folgen schwerster Verbrennungen im Gesicht und am Oberkörper, die nur notdürftig versorgt worden waren und das Mädchen völlig entstellt hatten.

Fast normales Leben

Mehr als 20-mal operierten Dr. Andreas Settje und sein Team die kleine Man Maya und stellten sie plastisch ästhetisch soweit wieder her, dass sie heute als junge Frau ein fast normales Leben führen kann. Man Maya ist gleichzeitig Namenspatin des Vereins, den der Chirurg 2010 gegründet und dessen Arbeit er jetzt auf Einladung des Lions Clubs Wesermarsch „Emy Rogge“ in Nordenham vorgestellt hat. Der Kontakt war über das Lions-Mitglied Sabine Zinn zustande gekommen, die als Krankenschwester selbst einige Monate im Team von Dr. Andreas Settje in Nepal mitgearbeitet hatte.

Nach einem Auftritt bei Stern-TV, bei dem der Chirurg vom Schicksal der kleinen Man Maya berichtet hatte, gab es im Jahr 2000 ein enormes Spendenaufkommen aus Deutschland. Andreas Settje arbeitete damals an einem kleinen, für deutsche Verhältnisse erbärmlich ausgestatteten Krankenhaus in Nepal, das er dank der Spenden zu einem 60-Betten-Haus auf beinahe europäischem Standard ausbauen konnte. „Heute gibt es hier Röntgen- und alle anderen wichtigen Geräte für Operationen, und auch eine Notfall-Ambulanz konnten wir aufbauen“, berichtete er. „Denn die Menschen würden es nicht verstehen, wenn wir nur Hautverletzungen operieren, aber einfache Bein- oder Armbrüche nicht behandeln würden.“

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Dr. Andreas Settje arbeitete bis 2008 in Nepal und kehrte danach mit seiner Familie wieder in seine norddeutsche Heimat zurück. Seine Aufbauarbeit in dem Entwicklungsland trägt aber weiterhin Früchte: Neben der Klinik hat der Verein Man Maya Med zehn über das ganze Land verteilte Gesundheitscamps ausgebaut und eine mobile OP-Ausrüstung angeschafft, die bei OP-Camps in unterversorgten Gebieten zum Einsatz kommt. Zudem engagiert Man Maya Med sich bei der Ausbildung von nepalesischen Ärzten und anderen medizinischen Fachkräften.

Aber auch die soziale Situation der Verbrennungsopfer liegt dem Verein am Herzen: So unterstützt er ein Frauenhaus, in dem behandelte Mädchen wohnen und schulisch so gefördert werden, dass sie sich eine selbstständige Existenz aufbauen können.

Land auf gutem Weg

Der Chirurg hat im Laufe seines Engagements festgestellt, dass diejenigen Entwicklungsprojekte am effektivsten sind, bei denen die Nepalesen bereits selbst etwas angestoßen haben und nun punktuell Unterstützung benötigen – etwa bei der medizinischen Ausrüstung oder bei einem Erweiterungsbau. Er sieht das Land auf einem guten Weg – auch wenn das verheerende Erdbeben im April 2015 ein Rückschlag war. „Aber die Nepalesen sind unheimlich fleißig – von den Trümmern ist an vielen Stellen kaum mehr etwas zu sehen“, berichtete er von seinem jüngsten Besuch im November.

Die Lions-Frauen und ihre Gäste waren beeindruckt vom Engagement des Vereins Man Maya Med, der durch seine Arbeit eine nachhaltige Entwicklung in Nepal ausgelöst hat und mit bescheidenen Mitteln die medizinische Versorgung erheblich verbessern konnte. Bereits am Abend des Vortrags kamen so 1600 Euro an Spenden zusammen, davon allein 1000 Euro vom Ehepaar Waltraut und Werner Hofmann.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.