Rodenkirchen Rund 200 Mitglieder zählt der Beratungsring Wesermarsch, doch auch dieser Zusammenschluss der Landwirte kämpft um jedes Mitglied. Durch den Strukturwandel werden die Betriebe größer, aber ihre Zahl sinkt.

Einige Landwirte änderten im zurückliegenden Jahr ihre Betriebsstruktur aufgrund des Preisdrucks am Milchmarkt oder gaben ganz auf. Um der bei einigen Mitgliedern veränderten Situation entgegenzukommen und sie nicht zu verlieren, gab es im Vorstand Überlegungen, mit speziell für diese Betriebe angepassten Mitgliedsbeiträgen deren Verbleib im Verein zu sichern.

Der Vorsitzende Arend Wichmann und der Geschäftsführer Torsten Schomborg schlugen deshalb eine Halbierung des Beitrags für nichtmelkende Mitglieder vor. Sie ließen darüber am Mittwochabend bei der Jahreshauptversammlung in der Markthalle diskutieren und abstimmen. Nach längerer Abwägung wurde dem Vorschlag schließlich bei elf Enthaltungen zugestimmt. Auch über die Gestaltung der übrigen Mitgliedsbeiträge wurde diskutiert, jedoch kein Beschluss gefasst. Der Vorstand sammelte alle Vorschläge und wird sich über das weitere Vorgehen Gedanken machen.

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Grund für die Diskussionen war unter anderem der Geschäftsbericht, der erneut negativ gegenüber dem Vorjahr ausfiel. Den 281 000 Euro Ausgaben standen 265 000 Euro Einnahmen gegenüber. Und auch für 2016 sah die Prognose von Torsten Schomborg ähnlich aus. „Neue Mitglieder sind schwer zu bekommen“, stellte er fest. Dabei steige der einzelbetriebliche Beratungsbedarf stetig.

Über die Entwicklung der Betriebe in den vergangenen 20 Jahren und deren Unterschiede berichtete Ringleiter Steffen Habben. Auch die weltweite Milchproduktion und eine Standortanalyse für die Ringbetriebe in der Wesermarsch zeichnete der Betriebswirt nach. Er zeigte sich zuversichtlich, dass gut geführte Betriebe aus der Wesermarsch im europäischen Wettbewerb einen Vergleich nicht zu scheuen bräuchten. Mittelfristig werde sich der Milchpreis passend zum Kostenniveau einstellen, auch wenn sich das momentan niemand in der Branche vorstellen könne. „Jeder Betrieb muss sich entscheiden, ob die eigene Motivation und die betrieblichen Voraussetzungen gut genug sind, am Standort Wesermarsch zukünftig erfolgreich zu produzieren oder ob er einen gezielten Ausstieg aus der Produktion durchdenken sollte“, sagte Habben.

Über die Betriebszweigauswertung der teilnehmenden Betriebe berichtete Ringleiterin Kerstin Semken. Die Betriebe lieferten im Durchschnitt 1 Million Kilogramm Milch ab, und 90 Prozent der Betriebe konnten trotz wachsender Kuhzahlen noch Weidegang realisieren. Die Milchleistung von 8000 Kilogramm pro Kuh stagniere hingegen. Die Milchmenge aus dem Grundfutter sei mit 36 Prozent auf einem niedrigen Niveau, und die Futterkosten machten den größten Teil der Direktkosten aus, sagte Semken. Vor allem der Milchpreisrückgang von bis zu 13 Cent führe zu deutlich geringeren Erträgen pro Kuh. In Niedrigpreisphasen müsse deshalb jeder milchviehhaltende Betrieb seinen Betriebszweig stetig optimieren und seine Stärken und Schwächen genau kennen, um bestehen zu können.

Bei den Vorstandswahlen wurden die Vorstandsmitglieder Dirk Stöver, Werner Blankemeyer und Dieter Oncken für weitere vier Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Zum Vorstand gehören neben dem Vorsitzenden Arend Wichmann außerdem Jens Schröder-Hayen und Gerd Groen.

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