Rodenkirchen Wenn Bürgermeister Klaus Rübesamen demnächst aus seinem Dänemark-Urlaub zurückkehrt, wird er Post mit ärgerlichem Unterton auf seinem Schreibtisch vorfinden. Es handelt sich um einen offenen Brief des Markthallen-Pächters Gerfried Hülsmann. „Handeln Sie endlich, nehmen Sie das Projekt Markthalle in Angriff“, fordert der Gastronom.

Der entscheidende Satz steht im vorletzten Absatz des zweiseitigen Briefes: „Ich persönlich werde, sollte nicht in Kürze Bewegung in die leidige Angelegenheit kommen, meine Konsequenzen ziehen, das Pachtverhältnis vorzeitig kündigen und der Gemeinde die Halle zum 1. Oktober 2016 zur weiteren Verwendung zur Verfügung stellen.“

Pachtvertrag bis 2018

Denn eigentlich läuft das Pachtverhältnis noch bis zum 1. Januar 2018, sagt der 68-Jährige im Gespräch mit der NWZ . Er kann es aber vorzeitig kündigen, wenn besondere Gründe vorliegen. Und die liegen vor, sagt Gerfried Hülsmann.

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Wörtlich heißt es in dem offenen Brief: „Seit Jahren wird im Gemeinderat darüber diskutiert, wie und in welchem Rahmen in die Markthalle investiert werden soll und ob es für das Veranstaltungszentrum überhaupt eine Zukunft gibt. Geführt haben diese ewigen Diskussionen bislang zu nichts. Im Gegenteil, die Markthalle verrottet in der Zwischenzeit weiter und muss auf ihre Sanierung warten.“

Seit dem Bau 1982 habe die Gemeinde „nur unwesentlich in den Erhalt des Veranstaltungszentrums investiert“. Die Markthalle sei „mehr als nur in die Jahre gekommen“.

Und dann listet Gerfried Hülsmann unerfreuliche Beispiele auf:

->  Der Parkettboden muss dringend ausgebessert, abgeschliffen und neu versiegelt werden. Das sei 1990, vor 25 Jahren, zum letzten Mal passiert.

->  Die rustikale Umkleidung des Tresen weist massiven Holzwurmbefall auf.

->  Einige Fensterscheiben sind blind.

->  Bodenfliesen sind gerissen – sowohl im Eingang als auch im Sanitärbereich.

->  Tische und Stühle sind mittlerweile in einem so desolaten Zustand, dass eine Reparatur nicht mehr möglich ist. Ein großer Teil der Tische ist an den Kanten abgebrochen.

„Und die Stühle, da kann man sich nur noch schämen“, heißt es wörtlich. „Sitzflächen haben sich abgelöst und lassen sich, nachdem sie bereits mehrfach wieder festgeschraubt wurden, nicht mehr befestigen. Beine knicken einfach weg. Von einer Polsterung kann man mittlerweile gar nicht mehr reden, sie ist nach drei Jahrzehnten schlichtweg nicht mehr vorhanden. Bei Veranstaltungen beschweren sich zunehmend mehr Besucher über die unbequemen Sitzgelegenheiten.“

Hohe Energiekosten

Teuer dürfte auch eine energetische Sanierung der Halle werden (die NWZ  berichtete), aber der jetzige Zustand kostet den Pächter ebenfalls viel Geld: „Wenn ich mir ansehe, wie viel Geld ich aufbringen muss, um die Halle zu heizen und zu beleuchten, stehen mir die Nackenhaare zu Berge“, schreibt Gerfried Hülsmann.

„Der frühere Bürgermeister Boris Schierhold und die alte schwarz/grüne Ratsmehrheit haben sich mit diesem Problem überhaupt nicht beschäftigt“, heißt es in dem Brief weiter. Dann spricht er Klaus Rübesamen direkt an: „Und auch Sie und die neue Ratsmehrheit haben sich bezüglich der Markthalle bislang nicht gerade mit Ruhm bekleckert.“

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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