Nordenham Schon von weitem leuchtet der Ahornbaum Autofahrern und Passanten in der Hansingstraße entgegen. In bunte Strickbahnen gehüllt hat er es in kürzester Zeit zu großer Bekanntheit gebracht – und seinen Einkleiderinnen viel Lob beschert. „Wir wollten einfach ein bisschen Farbe ins Straßenbild bringen, Nordenham verschönern“, sagt Kristin Hirschberg.

Unzählige Stunden

Zusammen mit ihren beiden Töchtern Hannah (13) und Paula (19) und der Großmutter der beiden hat sie in unzähligen Stunden den etwa vier Quadratmeter großen Baumschal gestrickt. „Es war schön zusammenzusitzen und etwas zu schaffen“, sagt sie.

Immer wieder hatte sie Fernsehberichte aus den USA über diese besondere Kunst gesehen. Aber ein Beitrag über eine Frau aus Berlin, die Gegenstände in Wolle einstrickte, gab den letzten Anstoß. Im Englischen Urban Knitting („urbanes Stricken“) oder Guerilla Knitting („Kampf-Stricken“) genannt gilt das Einkleiden von Laternen, Bänken oder Bäumen in Strickarbeiten als Streetart, Straßenkunst. Während vieler Anhänger diese Art von Graffiti gerne für gesellschaftliche Statements nutzen, verfolgen die Hirschbergs mit ihrem Strickwerk kein politisches Anliegen. „Nein, wir haben das nur zum Spaß gemacht“, sagt Kristin Hirschberg.

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Das große Stricken

Ein langer, von Maschen gesäumter Weg: „Im November haben wir angefangen“, sagt die Nordenhamerin. Nachdem der Entschluss feststand, den Ahorn vor der eigenen Haustür bunt einzustricken, wurde die Großmutter kontaktiert, die fortan bei Bekannten Wollreste einsammelte.

Den Winter hindurch strickten Hannah, Paula, Kristin Hirschberg und die Großmutter von da an ihre Bahnen. Vor ein paar Wochen nun waren genügend Wollstücke angefertigt, um sie zu einem großen Baumschal zusammenzunähen – die Belohnung für die Mühen der letzten Monate. „Das war ein schönes Gefühl“, so Hannah Hirschberg.

Nur: Würde der Schal am Baum denn auch halten? „Wir dachten, wir müssten den Schal richtig befestigen, aber durch die Oberfläche des Baums hält er von selbst“, sagt Kristin Hirschberg. Bei Sonnenschein und Gute-Laune-Musik kletterte sie auf eine Leiter und brachte den überdimensionalen Schal zusammen mit ihren Töchtern an.

„Viele Autofahrer haben dann schon angehalten und gefragt, was wir da machen.“ Ziemlich schnell gab es Fotos von dem bunten Kunstwerk auf Facebook. „Eine Freundin hat mir geschrieben, dass sie den Baum cool findet“, sagt Hannah Hirschberg.

Noch ist das Projekt für die Hirschbergs nicht abgeschlossen: „Wir wollen auch noch die Äste einkleiden“, sagt Kristin Hirschberg. Doch bis dahin wird noch ein bisschen Zeit vergehen. „Vielleicht haben wir bis zu den Sommerferien genügend weitere Teile gestrickt“, sagt sie.

Kathinka Burkhardt Nordenham / Redaktion Nordenham
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