Nordenham Früher verabredeten sich die Herren zum Stammtisch oder zum Skatabend. Diese Runden gibt es zwar immer noch – aber sie sind rar geworden. Es sei an der Zeit, Neues zu erfinden, wenn nicht TV und Computer genügen und Geselligkeit ganz den Bach hinuntergehen sollen, dachten sich Rüdiger von Hollen, Viola Irmer und ihr Mann Jörg, die Inhaber der benachbarten Innenstadtgeschäfte Hollys Spiel- und Babywelt und Irmer-Herrenmoden.

Modell-Hubschrauber

Sie luden zu einem Spiel- und Modeabend für Männer ein. Eine Anmeldung war zwar nicht erforderlich, dennoch hatten schon im Internet mehrere Teilnehmer ihr Kommen angekündigt. Bier, Cola, Wasser und Brezeln standen bereit und ebenso ein Tisch-Billard, ein Kicker, eine Carrera-Bahn und eine ganze Flotte fernzusteuernder Miniatur-Hubschrauber.

Es war ein Abend zum Entspannen, Genießen und Fachsimpeln zwischen Jeans, Hemden, Pullovern und einer Kollektion hochwertiger Hand-made-Schuhe. Dabei brauchte das besagte Kind im Manne gar nicht erst geweckt zu werden. Die Begeisterung war allen ins Gesicht geschrieben.

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„Eine gute Carrera-Bahn mit spritzigen Autos kostet schon ein paar Tacken, aber vielleicht kaufe ich mir doch noch mal wieder eine,“ schwärmte Ralf Deharde (41). Er gab per Knopfdruck noch einmal richtig Speed – und seinen blauen Flitzer riss es prompt aus der Kurve. „Elchtest nicht bestanden“, kommentierte der Pilot.

„Ich habe mir zu Hause selbst einen Helikopter zusammengebastelt“, plauderte der 42-jährige Sascha Bittner. „Er ist mit einer Rotor-Spannweite von 140 Zentimetern nur ein bisschen größer. Bei Ebay kostet so einer um die 3000 Euro.“ Trotz seiner Erfahrungen hatte er aber ebenso wie alle anderen zunächst reichlich Probleme, den kaum 15 Zentimeter großen Miniatur-Bruder zielgenau durch die Ladenräume bei Irmer zu steuern. So mancher Absturz war dabei programmiert, wenn die Fernsteuerung zu abrupt bedient wurde.

Schwierigkeiten kamen auch auf, wenn sich im „Luftkampf“ ein Hubschrauber über den anderen setzte, ihm die Luft nahm und ihn zu Boden trudeln ließ.

Aber es blieb am Freitagabend nicht nur bei Autorennen und Luftkampf: Natürlich wurde auch so manches Match zu viert am Kicker ausgetragen oder zu zweit am Billardtisch. Zeit und Raum waren für ein paar Stunden wie vergessen.

„Ab in die Mitte“

Dieser erste „Männer-Spiele-und-Mode-Abend“ war ein Teil der gemeinsamen Innenstadt-Initiative „Ab in die Mitte“ der Kaufmannschaft und des Vereins Nordenham Marketing & Touristik (NMT) unter der Überschrift „Beziehungsweise Nordenham. Meine Stadt – fünf Sinne“. Ziel dieser Initiative sei es, die Geschäfte in der Nordenhamer Innenstadt stärker miteinander zu vernetzen und gemeinsame Interessen zu wecken, erläuterte der NMT-Vorsitzende Jörg Irmer.

Die Idee vom Männerabend war indes nicht ganz neu: Schon vor längerer Zeit hatte Rüdiger von Hollen in seinem Spielwaren-Geschäft im Monatsabstand zu einer solchen Spiel-Session eingeladen. „Am Anfang war reges Interesse,“ erinnerte sich Rüdiger von Hollen, „doch dann bröckelte es – und schlief irgendwann ganz ein.“

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