Loyermoor /Elsfleth Der Herbst rückt näher – die Tage werden langsam wieder kürzer, aber in der Blühwiese an der Bundesstraße 211 in Loyermoor summt und brummt es nach wie vor. Auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern hat der Landwirt Dirk Hanken aus Birkenheide hier im Frühjahr eine bunte Blumenmischung ausgesät, um einen aktiven Beitrag zum Insektenschutz zu leisten.

„Viele Pflanzen haben unter der Trockenheit in diesem Sommer ziemlich gelitten“, zieht er jetzt im Gespräch mit der NWZ Bilanz. Den Sonnenblumen, die jetzt im Spätsommer blühen, hat die Wasserknappheit aber offenbar wenig ausgemacht. Sie sind Anziehungspunkt für Bienen, Hummeln und andere Fluginsekten, die auf der Suche nach Nektar und Pollen sind.

Dirk Hanken hat zum ersten Mal in seinem Leben eine Blühwiese angelegt; das Saatgut dafür hat er von der Jägerschaft Rastede erhalten. „Die Fläche soll auch im kommenden Jahr Blühwiese bleiben“, sagt er. „Die Pflanzen sollen sich selbst aussäen. Ich bin sehr gespannt, wie es hier dann aussieht.“ Darüber hinaus hat der Landwirt auf seinem Betrieb naturbelassene Unkrautecken, lässt Altholz rotten und bewirtschaftet extensive Grünlandflächen, die höchstens einmal im Jahr gemäht und ansonsten beweidet werden – alles ebenfalls Maßnahmen, die Insekten Lebensraum und Nahrung bieten. Für sein Engagement hat er das Siegel „Bienenfreundlicher Landwirt“ der Kampagne „Echt grün – Eure Landwirte“ erhalten, das in Zusammenarbeit mit dem Bieneninstitut Celle entwickelt wurde.

Dirk Hanken ist bei weitem nicht der einzige Landwirt in der Wesermarsch, der sich für den Insektenschutz engagiert: Im Jahr 2019 sind nach Informationen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen insgesamt 1 160 000 Quadratmeter Blühwiesen allein im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen und des Greenings angelegt worden, für die Landwirte finanzielle Förderung erhalten. Dazu kommen freiwillige Maßnahmen wie die von Dirk Hanken, die nirgendwo zentral erfasst werden.

Dr. Karsten Padeken, Landwirt in Frieschenmoor und Vorsitzender des Kreislandvolkverbands, hat sich mit einer ganz besonderen Aktion beteiligt: Er hatte im Frühjahr nach Paten gesucht, die sich an den Kosten für die Anlage von insgesamt 3000 Quadratmetern Blühfläche am Rockenmoor und in Frieschenmoor beteiligen. Mit großem Erfolg: 70 Patenschaften à 25 Euro für jeweils 20 Quadratmeter sind vergeben worden, wobei viele Interessenten gleich mehrere Patenschaften übernommen haben.

„Mir ging es bei dem Patenschaftsprojekt darum, die Bevölkerung in die Verantwortung für die Erhaltung der Natur einzubeziehen“, sagt Dr. Karsten Padeken. „Als Landwirt kann ich einen Teil meiner Fläche zur Verfügung stellen, aber bei der Finanzierung müssen alle gemeinsam einen Beitrag leisten.“ Bei einem Besichtigungstermin konnten die Paten im August „ihren“ Blühstreifen in Augenschein nehmen und sich näher über das Thema informieren.

Aufgrund der guten Resonanz wird Karsten Padeken die Blühstreifen-Patenschaften auch im kommenden Jahr wieder anbieten – und das ist allemal ein gute Nachricht.


     www.nwzonline.de/insektenjahr 
Hans-Carl Bokelmann Jade/Ovelgönne / Redaktion Brake
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