Langwarden „Es hat Spaß gemacht“, sagt Melanie Röhm, „die Leute waren happy.“ Dennoch wird ihr Café „Mels Vinoffee“ im Kulturhaus am Wattenmeer in Langwarden die Pforten nicht wieder öffnen. Nicht nur die anhaltende Corona-Pandemie, die schon den Start ihrer Selbstständigkeit erschwert hatte, sondern auch familiäre Gründe haben zu ihrem Entschluss geführt, mit der Zustimmung des Besitzers aus dem Pachtvertrag für den gastronomischen Betrieb des Gauß-Hauses auszusteigen.

Café und Vinothek

Melanie Röhm war vor gut drei Jahren mit ihrer Familie aus der Pfalz nach Langwarden gezogen. Als zu Beginn des vergangenen Jahres der Kulturhauseigentümer und -betreiber Michael Remmers einen Mieter für das Café suchte, sah die nebenan wohnende Melanie Röhm ihre Chance, einen Traum zu verwirklich. Im April 2020 eröffnete sie Mels Vinoffee, eine Mischung aus Café und Vinothek.

Lesen Sie auch:
Schon bald neue Nutzung

Die liebevoll eingerichtetem Räume des Cafés, die verschiedenen Flammkuchen-Variationen und die Pfälzer Weine von befreundeten Winzern in der alten Heimat der Familie Röhm sorgten sehr schnell dafür, dass sich Mels Vinoffee zu einem Geheimtipp bei den Butjentern und den Touristen entwickelte. Auch der riesige Garten trug dazu bei, dass es im Sommer richtig gut lief.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Die Pandemie-Einschränkungen sorgten jedoch für den Ausfall von Konzerten, Weinproben und Grillabenden. Der im Dezember gestartete Verkauf zum Mitnehmen rechnete sich nicht und wurde wieder eingestellt. Der Lockdown und die fehlende Perspektive hätten ihr keine Wahl gelassen, berichtet Melanie Röhm. Trotz der staatlichen Dezember-Hilfe, die erst im Februar auf ihrem Konto war, konnten die Betriebskosten nicht mehr gedeckt werden.

Die 40-Jährige stellt jedoch klar, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht der alleinige Grund für ihren Rückzug sind. Beim Start hatte sie große Unterstützung durch ihre Tochter Ives (17), die jetzt aber eine Ausbildung in Tossens absolviert. Ehemann Dominik (39) kann nur an den Wochenenden einspringen. Zudem muss sich Melanie Röhm um Sohn Levi (5) kümmern. Somit müsste sie ein oder zwei Kräfte einstellen, was derzeit aber aus finanziellen Gründen nicht möglich ist.

Die scheidende Gastronomin ist nun damit beschäftigt, das Inventar und die Ausstattung ihres Cafés zu veräußern. Der anhaltende Lockdown wird dieses Vorhaben sicherlich nicht erleichtern, befürchtet Melanie Röhm, der der Abschied aus dem Kulturhaus am Wattenmeer sehr schwer fällt.

Neue Ideen

Die Familie Röhm wird jedoch weiterhin in Langwarden wohnen, denn ihren Traum, an der Nordsee zu leben, will sie durch diese Erfahrung nicht aufgeben. Für neue konkrete Pläne hat die gebürtige Pfälzerin den Kopf noch nicht frei. Erst einmal müsse sie Mels Vinoffee abwickeln. Ideen für die Zukunft gebe es aber. Eine davon sei ein Food-Truck, eine mobile Küche. Ob sich solch eine Geschäftsidee realisieren lasse, müsse jedoch gut geprüft werden.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.