BLEXEN Auch Kronos Titan klagt gegen die beabsichtigte Weservertiefung. Allerdings richtet sich der juristische Schritt des Unternehmens nicht gegen das umstrittene Vorhaben als solches, wie der Werkleiter Peter Aengeneyndt betont. Sondern es geht dem Chemieunternehmen um eine Beweissicherung.

Kronos Titan will erreichen, dass die negativen Folgen des Eingriffs festgehalten und dem Verursacher in Rechnung gestellt werden können. Schon jetzt leidet das Unternehmen erheblich unter den Folgen früherer Vertiefungen, sagt Peter Aengeneyndt. Sie machen sich am Pier der Fabrik bemerkbar.

Der südliche Teil des Piers ruht auf einer Spundwand, der nördliche steht auf Stelzen. An den Stelzen entnimmt die Fabrik Weserwasser, mit dem sie das Eindampfen der Schwefelsäure und verschiedene Vorgänge bei der Herstellung von Titandioxid abkühlt. Das Unternehmen braucht etwa 25 000 Kubikmeter Wasser am Tag, die in einen 6 Meter tiefen Graben mit Betonsohle fließen. Rund um den Einlass für den Graben haben sich erhebliche Mengen Schlick angelagert, weil die Strömung des Flusses durch die Vertiefungen immer mehr in die Fahrrinne verlagert worden ist.

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Bei Vollmond fließt für einige Tage im Monat während der Ebbe gar kein Weserwasser mehr in den Graben. Dann muss Kronos Titan Trinkwasser zum Kühlen einkaufen.

Alle paar Monate muss das Unternehmen den Einlass freispülen, das kostet 50- bis 100 000 Euro im Jahr. Das sei in den 90er Jahren noch nicht erforderlich gewesen, sagt Aengeneyndt.

Doch das ist nicht der einzige Kostenfaktor, wie Peter Aengeneyndt erläutert. Der andere besteht darin, dass das in den Kreislauf des Werkes eingeleitete Weserwasser Schlickteilchen enthält, die das Unternehmen nicht in die Weser zurückleiten darf, weil es grundsätzlich verboten ist, Abwasser mit Feststoffen in Flüsse einzuleiten. Deshalb wird das Kühlwasser in Becken geleitet, wo sich die Partikel absetzen. Dabei kommen rund 8000 Kubikmeter Schlick im Jahr zusammen, die Kronos Titan für Bodenverbesserungen in der Geest loswird. Geld gibt es dafür nicht. Stattdessen entstehen Kosten von 500 000 bis zu einer Million Euro im Jahr.

Falls es nach einer erneuten Weservertiefung noch teurer werden sollte, will Kronos Titan die Ursache nachweisen und den Verursacher an den Kosten beteiligen können, sagt Peter Aengeneyndt.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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