BLEXEN Spätestens ab November 2013 will Kronos Titan seinen Strom selbst erzeugen. Dafür baut der Chemiekonzern in seinem Blexer Werk ein Gas- und DampfturbinenKraftwerk, für das die Konzernmutter in den Vereinigten Staaten jetzt die Investitionssumme von 20 Millionen Euro freigegeben hat.

Wie der Werkleiter Peter Aengeneyndt am Dienstag mitteilte, wird der Bau vermutlich Mitte 2012 mit einer Pfahlgründung beginnen. Zuvor muss das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg das Kraftwerk aber noch genehmigen.

Gas treibt Turbine an

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Mit der Planung ist der Ingenieur Dr. Bernd Kügler aus dem deutschen Kronos-Hauptwerk in Leverkusen betraut. Entstehen soll das kleine Kraftwerk auf einer freien Fläche, die vom Sozialgebäude, dem Umspannwerk und dem jetzigen Kraftwerk begrenzt wird. Dieses Kraftwerk, das seit Ende der 60er Jahre in Betrieb ist, erzeugt 420 000 Tonnen Dampf im Jahr – und jede Menge Abwärme. Diese Abwärme soll im neuen Kraftwerk in Strom umgewandelt werden, indem der Dampf, der sich aufgrund seiner Hitze von 500 Grad stark ausdehnt, die Turbinen zweier 6,5-Megawatt-Generatoren antreibt. Fachleute sprechen von Kraft-Wärme-Kopplung.

Kronos Titan verbraucht alljährlich etwa 80 Millionen Kilowattstunden Strom – so viel wie 20 000 Haushalte. Diesen Strom bezieht das Unternehmen bisher aus dem Netz. In Zukunft will es mit dem neuen Kraftwerk etwa 105 Millionen Kilowattstunden erzeugen, so dass es vom Stromverbraucher zum Stromerzeuger wird. Die Dampfproduktion wird weiterhin 420 000 Tonnen im Jahr betragen.

Betrieben wird das Kraftwerk mit Gas. Der Bedarf wird von bisher 630 Millionen Kilowattstunden – wieder so viel wie 20 000 Haushalte verbrauchen – um 10 Prozent auf knapp 700 Millionen Kilowattstunden steigen. Insgesamt sinkt aber der Verbrauch an Primärenergie – also Strom und Gas – um 15 Prozent. Das bedeute eine Kostenersparnis von 3 Millionen Euro im Jahr, sagt Peter Aengeneyndt. Und auch die Umwelt wird entlastet, denn für seinen Energiebedarf wird das Werk nicht mehr 135 200 Tonnen Kohlendioxid in die Luft blasen, sondern nur noch 95 600 Tonnen – 30 Prozent weniger.

Peter Aengeneyndt macht deutlich, dass vor allem wirtschaftliche Gründe für die Investition sprechen. Die Kosten wird das Unternehmen in wenigen Jahren wieder hereinholen – auch weil die Bundesregierung die Kraft-Wärme-Kopplung fördert. Aengeneyndt erwartet aus dieser Quelle in den nächsten vier Jahren fünf Millionen Euro und macht kein Geheimnis daraus, dass das Unternehmen diese Investition ohne die Förderung nicht angepackt hätte.

Die Energiewende von Bundeskanzlerin Angela Merkel habe jedenfalls keine Rolle bei der Entscheidung gespielt, sagt Aengeneyndt. Die Stromversorgung in Deutschland sei extrem sicher.

Allerdings ist die Energieversorgung für Kronos Titan auch extrem teuer. 25 Prozent der Herstellungskosten entfallen darauf, sagt Peter Aengeneyndt – genauso so viel wie auf das Personal.

Deshalb achte Kronos Titan seit Jahren darauf, keine Energie zu verschwenden und habe seine Kosten seit 2007 um 1,8 Millionen Euro gesenkt. Strom braucht das Unternehmen, um Pumpen und Ventilatoren, Zentrifugen und Erz-Mühlen sowie Druckluft- und Vakuum-Kompressoren anzutreiben. Mit Gas erzeugt es Dampf, trocknet Pigment und beheizt Drehrohröfen und mit Dampf kocht es die Dünnsäure wieder zu Schwefelsäure auf, die in die Produktion zurückgeführt wird.

Kraftwerk arbeitet leise

Das neue Kraftwerk wird, anders als der jetzige Dampferzeuger, komplett eingehaust und mit schallisolierenden Elementen ausgestattet. Es wird seine Arbeit also nicht lauter, sondern leiser verrichten als die jetzige Anlage, nimmt Bernd Kügler mögliche Einwände der Blexer vorweg.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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