SEEFELD „Die politischen Entscheidungen und Vorgaben werden unsere Zukunft im Hegering stark verändern“, sagte der Vorsitzende des Hegeringes Abbehausen-Esenshamm-Seefeld, Rolf Grabhorn, während der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Seefelder Schaart.

Er bezog seine Aussagen auf den Ausstieg aus der Kernenergie, der seiner Ansicht nach dramatische Folgen für das hiesige Ökosystem haben werde. Die zunehmende Gewinnung der Energie aus Biomasse führe zu veränderten Ökosystemen. Rolf Grabhorn ging auch auf die Versalzung der Grabensysteme ein, die durch eine Weservertiefung zusätzlich verstärkt würde. Viele Vögel, Amphibien und Fische nutzten das Biotop und auch Zugvögel brauchten die Süßwassergräben, die unverzichtbar für das ökologische Gleichgewicht seien.

Fehlende Einigkeit

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Rolf Grabhorn kritisierte die zahlreichen Lösungsvorschläge, endlosen Diskussionen und fehlende Einigkeit, bei der letztlich die Ökologie auf der Strecke bleibe. Er sah außerdem Vermarktungsschwierigkeiten von Wildbret, da der Wildhandel nur größere Strecken abnehme. Durch die blauen Wildreflektoren an den Begrenzungspfählen entlang der Straßen im Hegering Jade konnten die Jäger 50 Prozent weniger Fallwild vermelden. Das vor einem Jahr eingeführte System sei sehr zur Nachahmung empfohlen, sagte er.

Bei der Hasenjagd wurden nur 30 bis 50 Prozent der Flächen bejagt. Mit dieser schonenden Bejagung soll der gefährdete Hasenbestand erhalten bleiben. Sieht man sich die Hasenzahlen der letzten zehn Jahre an, so ging die Bejagung von 826 auf 418 in 2010/2011 zurück. 2004/2005 war ein Spitzenjahr mit 1053 geschossenen Hasen.

Beim Rehwild wurden im vergangenen Winter fünf männliche und sieben weibliche Tiere geschossen, neun kamen durch die Straße als Fallwild ums Leben. Der dreijährige Abschlussplan mit insgesamt 33 männlichen und 51 weiblichen Tieren sei fast erfüllt, so Rolf Grabhorn. Allerdings deute alles auf einen zu hohen weiblichen Rehbestand hin.

512 Rabenkrähen

Beim Streckenbericht vermeldete der Hegeringsleiter 6 Wildkaninchen, 32 Füchse, 16 Steinmarder, 1 Iltis, 2 Hermeline und 1 Mauswiesel. An Federwild wurden 29 Fasane, 98 Ringeltauben, 2 Höckerschwäne, 49 Graugänse, 339 Stockenten, 2 Krickenten, 23 Pfeifenten, 38 Blessgänse, 61 Silbermöwen, 2 Nilgänse, 2 Kormorane, 512 Rabenkrähen und 37 Elstern von den 63 Vollmitgliedern in 19 Revieren auf 9009 Hektar geschossen.

Es wurden einige langjährige Mitglieder mit Urkunden und der Treuenadel des Deutschen Jagdschutzverbandes ausgezeichnet. Vor 60 Jahren traten Ricklef Heerßen, Fritz Lampe (ältestes Mitglied mit 104 Jahren) und Hermann Martens in den Verein ein. Seit 50 Jahren ist Hans-Georg Vorwerk Mitglied und 40 Jahre stehen bei Nicolaus Dencker, Burghard von Ehsen und Hergen Hülstede zu Buche.

Als Gast wies der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Bernhard Martens, auf die vermehrten Wildschäden bei der modernen Energiepflanzenkultur hin. Er forderte Bejagungsschneisen, die sich bereits in der Praxis bewährt hätten. Er plädierte für eine Kooperation mit Lohnunternehmern und Landwirten, die auf ein richtiges Mähverfahren von innen nach außen achten sollten. Dies senke den Wildschaden um bis zu 50 Prozent. Außerdem sollten mehr Wildacker und Blühstreifen eingerichtet werden.

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