Nordenham „Das ist eine ganz wichtige Hilfe der Stadt. Ohne diese Zuschüsse könnten die Vereine das nicht wuppen“, sagt Dieter Bolles, Vorsitzender des Nordenhamer Kleingartenvereins Blüh auf und seit drei Jahren auch Vorsitzender des Kreisverbandes Wesermarsch der Gartenfreunde. In diesem und in den nächsten drei Jahren stehen im städtischen Haushalt jährlich 50 000 Euro als Zuschüsse bereit. Damit sollen Eigenleistungen zur Entsorgung verfallener Gartenlauben honoriert werden. Die Stadt übernimmt damit die Kosten der Container-Abfuhr.

Bisher 14 000 Euro

Weil der Haushalt erst im August genehmigt worden ist und personelle Engpässe zu verkraften waren, konnten in diesem Jahr nach Angaben von Kämmerer Bert Freese erst insgesamt etwa 14 000 Euro bewilligt werden.

Bis Jahresende wolle die Stadt aber noch mit dem Bauhof eine Grabenreinigung beim Kleingartenverein Sonnenblume in Einswarden vornehmen und mit Hilfe einer Spezialfirma bei Sonnenblume auch das eine oder andere noch freiräumen. Die Kosten seien noch nicht ermittelt.

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Die Stadt hat laut Bert Freese ein Interesse daran, die Zuschüsse zügig zu vergeben. „Das kommt der Stadt und den Vereinen zugute. Das ist gut angelegtes Geld.“

Das bestätigt Dieter Bolles: „Jeder Verein hat seine Schmuddelecken, die kostenaufwendig wiederhergestellt werden müssen.“ Blüh auf habe in den vergangenen fünf Jahren drei Lauben auf eigene Kosten entsorgt. Hinzu gekommen seien Kosten eines Brandschadens und für eine Kleinkläranlage sowie mangelnde Zahlungsmoral einiger Mitglieder. „Deshalb ist unsere Vereinskasse zurzeit leer.“

Den Vereinen ist aber klar, dass es die Zuschüsse nicht umsonst gibt. Im Gegenzug wird die Stadt die Pacht erhöhen. Zurzeit müssen die Vereine 6 Cent pro Quadratmeter im Jahr zahlen. Auf eine Erhöhung auf 15 Cent, die ohne die Zuschüsse allein aufgrund gesetzlicher Regelungen möglich wäre, verzichtet die Stadt. Wegen der Zuschüsse soll die Pacht aber eventuell bereits im nächsten Jahr von 6 auf 10 Cent erhöht werden, kündigt Kämmerer Bert Freese an.

Pacht entfällt

Die Stadt kommt den Vereinen aber nicht nur mit Zuschüssen für die Containerabfuhr entgegen. Für Parzellen, die nachweislich freigeräumt und zu pflegeleichten Grünflächen umfunktioniert worden sind, müssen die Vereine keine Pacht mehr zahlen.

Etwa 2500 Euro Zuschuss hat Blüh auf in diesem Jahr für zwei Container bekommen. Damit sind zwei marode Parzellen entsorgt worden. Vier weitere Lauben müssen noch vollständig entrümpelt werden. Das soll nächstes Jahr geschehen, sofern die Stadt die Zuschüsse bewilligt.

Wie berichtet, hat Sonnenblume in diesem Jahr sechs Container mit 38 Tonnen Altlasten von elf maroden Parzellen und einer Brandruine gefüllt und dafür Zuschüsse von 7000 Euro bekommen. Zwei weitere Container sollen in diesem Jahr folgen. In den nächsten beiden Jahren möchte Sonnenblume mindestens weitere zehn bis 15 Parzellen räumen.

Für die Kleingartenanlage Achtern Diek in Blexen hat die Stadt bereits 4500 Euro für vier Container bewilligt.

Achtern Diek und Sonnenblume sind die beiden Vereine in Nordenham mit dem größten Bestand verfallener Lauben und verwilderter Gärten. „Das größte Sorgenkind ist Sonnenblume, Blexen wird sich gesund schrumpfen. Die anderen Kleingartenvereine halten sich gut über Wasser“, sagt Bert Freese.

Wie berichtet, werden von einst 271 Parzellen des 1946 gegründeten Vereins Sonnenblume zurzeit nur noch 90 bis 95 bewirtschaftet. Eine größere Fläche ungenutzter Parzellen ist für eine gewerbliche Nutzung gerodet worden.

Die Kosten für eine Entsorgung aller maroden Flächen in Sonnenblume schätzt Bert Freese auf 180 000 Euro. Der Kämmerer der Stadt fügt hinzu: „Im Vergleich zur Situation vor ein oder zwei Jahren macht Sonnenblume nach engagierten Arbeitseinsätzen von Mitgliedern heute schon wieder einen richtig guten Eindruck. Jetzt kommt es darauf an, weiterzumachen.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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