Nordenham Eine Menschenkette ist im Gespräch, es könnte aber auch ein Fackelzug sein. Noch ist nicht entschieden, wie die nächste Protestaktion gegen die drohende Schließung der Wesermarsch-Klinik aussehen wird. Eins steht aber fest: „Wir wollen noch mehr Teilnehmer mobilisieren als bei der Demonstration am 28. September“, sagt Helmut Dietrich, der im Organisationsteam die Fäden in der Hand hält.

Am letzten Septembersonnabend gingen rund 1000 Menschen auf die Straße, um für den Erhalt des Klinik-Standortes in Nordenham zu demonstrieren. „Jetzt planen wir etwas noch Größeres“, sagt Helmut Dietrich.

Nach seinen Angaben gibt es verschiedene Vorschläge, die zur Diskussion stehen. In dieser Woche will das Organisationsteam, das mittlerweile von fünf auf neun Mitglieder angewachsen ist, Nägel mit Köpfen machen. Bis dahin hält Helmut Dietrich sich mit Einzelheiten zurück.

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In einer Sendung

des Nordwest-Radios geht es am Mittwoch, 30. Oktober, um die Krankenhaus-Debatte in der Wesermarsch. Als Gesprächspartner sind Landrat Thomas Brückmann, der Nordenhamer Bürgermeister Hans Francksen, sein Braker Amtskollege Roland Schiefke und der Geschäftsführer des St.-Bernhard-Hospitals Brake, Ingo Penner, eingeladen. Beginn ist um 15 Uhr im Burgsaal der Stadthalle Friedeburg.

„Wir drehen noch einmal auf“, verspricht er. Zu seinen Mitstreitern gehören Karin Tönjes, Stefan Jaedtke, Wilfried Scherer und Anke Bessel-Dietrich sowie neuerdings Bettina Roth, Maren Kloy, Manfred Heinen und Klaus Krähemker.

2149 Mitglieder

Dass in Nordenham und Umgebung ausreichend Protestpotenzial für eine Großveranstaltung vorhanden ist, zeigt der rege Betrieb auf der Facebook-Seite der Klinik-Kämpfer. In dem Online-Netzwerk ist die Gruppe, die sich „Die Wesermarsch-Klinik muss in Nordenham bleiben!“ nennt, inzwischen auf 2149 Mitglieder angewachsen. Ihr Ziel ist es, eine Fertigstellung und Inbetriebnahme des Krankenhaus-Rohbaus in Esenshamm zu erreichen. Den Gegenplan der Hospital-Gesellschaft Jade-Weser, die Klinik in Nordenham aufzugeben und künftig in der Wesermarsch nur noch ein Krankenhaus zu betreiben – nämlich am Standort Brake –, wollen sie auf keinen Fall widerstandslos hinnehmen.

Auch auf Unterschriftenlisten haben sich bereits Hunderte von Bürgern für das Krankenhaus in Esenshamm ausgesprochen. Unterschriften für die Klinik am Stadtrand werden unter anderem bei Kronos Titan, Weser-Metall und der Nordenhamer Zinkhütte gesammelt.

Zudem läuft im Internet eine Kampagne, bei der sich Freunde der Wesermarsch-Klinik einer Petition anschließen können, die an die niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) gerichtet ist. Rund 830 Unterzeichner sind bisher dabei.

Als sichtbare Sympathie-Bekundung für den Krankenhaus-Standort in Esenshamm hat Dieter Winkler einen Autoaufkleber entworfen. Der ehemalige Leiter der Rettungswache und Mitautor des Buches „100 Jahre Krankenhaus Nordenham“ hat nach eigenem Bekunden ein „sehr starkes Interesse“ am Erhalt einer Klinik im Kreisnorden.

Sticker für Esenshamm

Der blau hinterlegte Aufkleber zeigt ein Krankenhaus-Symbol und den Schriftzug „Natürlich Esenshamm“. Dieter Winkler hofft, dass sich Sponsoren finden lassen, mit deren Unterstützung die Sticker in großer Auflage bestellt und verteilt werden können.

Die Stimmung unter den Nordenhamer Klinik-Aktivisten ist laut Helmut Dietrich gut. „Wir sind optimistisch“, sagt er und lässt keinen Zweifel daran, dass aus seiner Sicht alle ernsthaften Argumente für Esenshamm sprechen. Er sieht den Landkreis Wesermarsch gefordert, die Verhandlungen zu leiten und die Standortentscheidung zu übernehmen. „Das darf man auf keinen Fall den Krankenhausbetreibern überlassen“, sagt er.

Wie berichtet, ist der Klinik-Poker ins Stocken geraten, weil die kartellrechtliche Überprüfung der Klinik-Verkäufe von Rhön an Fresenius/Helios abgewartet werden muss. Zu den 43 Krankenhäusern, die Rhön loswerden will, gehört die Wesermarsch-Klinik in Nordenham.

Solange das Kartellamt nicht grünes Licht gegeben hat, wollen sich weder Rhön noch Helios an den Verhandlungstisch setzen. Die Hängepartie kann sich einige Monate hinziehen.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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