Blexen Zunächst hatten die ehrgeizigen Pläne der Stadt, wonach im Blexer Groden neue Flächen für Industrie und Gewerbe erschlossen werden sollen, für Unruhe bei den Kleingärtnern gesorgt. Im Sommer vergangenen Jahres sind Ängste aber rasch in Hoffnung und Zuversicht umgeschlagen, als klar wurde, dass sich ganz neue Perspektiven eröffnen. Denn ein Teil der 62 Jahre alten Kleingartenanlage Achtern Diek soll in eine Ausgleichsfläche einbezogen werden. Eine Art Naturpark als grüner Pufferstreifen zwischen Industrieflächen und dem 2900-Einwohner-Dorf Blexen soll entstehen. Jetzt, ein Jahr später, hat sich die Aufbruchstimmung verstärkt und setzt sich in Taten um.

Die ersten drei ungenutzten Parzellen sind in einer Gemeinschaftsaktion von Unrat und verfallenen Lauben frei geräumt worden. Schritt für Schritt sollen weitere folgen. Denn fast jede zweite der 64 Parzellen ist verkommen. Hecken und Sträucher wuchern wild.

Die Pläne für eine Ausgleichsfläche kommen dem Kleingartenverein entgegen, weil er sich so gesundschrumpfen und im Zusammenhang mit dem Naturpark sogar neu aufblühen kann.

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Andreas Wenzel (46), der im März 2011 in die Bresche gesprungen war, um den vakanten Vereinsvorsitz neu zu besetzen und seine Mutter Theodora Gnörich (76), die sich seit Jahrzehnten im Verein engagiert, berichten: Seit 2001 hat der Leerstand zugenommen. Damals seien nur vier Parzellen nicht genutzt worden. Seither seien viele Mitglieder verstorben, andere weggezogen, einzelne auch einfach „abgehauen bei Nacht und Nebel“.

Eine Verkleinerung der Anlage hat auch finanzielle Vorteile, weil der Verein auch für ungenutzte Parzellen Pacht an die Stadt zahlen muss. Jährlich werden für die gesamte Anlage 2500 Euro fällig.

Sechs der verwilderten Grundstücke liegen zusammen. „Diese sechs Parzellen sind das einzig Positive an der ganzen Misere, denn die anderen liegen verteilt auf der gesamten Anlage und keiner der aktiven Kleingärtner möchte umziehen, so dass eine Zusammenlegung vorerst schwierig bleibt“, sagt Dieter Bolles.

Der 59-Jährige ist Vorsitzender des Vereins „Blüh auf“ und Vorsitzender des Kreisverbandes Wesermarsch der Gartenfreunde, dem Achtern Diek und Blüh auf in Nordenham sowie drei Vereine in Brake angehören (insgesamt 370 Mitglieder).

Tolles Engagement

Dieter Bolles hat gemeinsam mit drei weiteren Mitgliedern von Blüh auf mit angepackt bei der ersten Räumungsaktion in Blexen. Insgesamt 20 Teilnehmer zählte die Gemeinschaftsarbeit, der weitere folgen sollen. „Ein solches Engagement habe ich zuletzt vor mehr als 20 Jahren erlebt, als ich eine Parzelle gepachtet habe“, freut sich auch Andreas Wenzel. „Das war richtig klasse.“

Alle sind dankbar für die Hilfe der Stadt, ohne die weitere Aktionen auch mit Einsatz von schwerem Gerät nicht möglich seien.

Sie freuen sich auch über positiv verlaufene Gespräche mit Bürgermeister Hans Francksen, der zum Weitermachen ermuntert hat. Auf einem leer geräumten, zusammenhängenden Teil der Vereinsanlage könnte ein Auffangbecken für die Entwässerung der geplanten Industrieflächen entstehen.

Vielleicht können im Zuge der neu geschaffenen Arbeitsplätze in Blexen auch neue Kleingärtner gewonnen werden, hoffen Andreas Wenzel und Dieter Bolles. Das Ziel sei: 35 der bisher 64 Parzellen dauerhaft nutzen und den Rest so schnell wie möglich räumen. Sie erwarten, dieses Ziel in drei bis vier Jahren erreichen zu können.

Wie Phoenix aus Asche

Dieter Bolles sagt dem Blexer Kleingartenverein Achtern Diek voraus, dass dieser „eine Zukunft haben wird wie Phoenix aus der Asche“.

Vorsitzender Andreas Wenzelbetont: „Jetzt kommt es darauf an, dass alle 34 Vereinsmitglieder mitziehen. Den guten Anfang haben wir ja bereits geschafft.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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