BERNE /LEMWERDER Auch die Vogelgrippe kann mit Tabletten bekämpft werden. Ein wirksamer Impfstoff könnte in drei Monaten einsatzfähig sein, sagt Dr. Lothar Wehn.

von Hauke Fooken BERNE/LEMWERDER - Die Angst der Deutschen vor der Vogelgrippe nimmt zu. Dazu tragen nicht zuletzt Berichte aus der Türkei und Rumänien bei, wo jetzt Vögel, die vom aggressiven Vogelgrippevirus H5N1 befallen waren, entdeckt wurden. Etwas aus den Schlagzeilen geraten ist dabei das Thema Grippeschutz-Impfung: „Ich kann die Impfung nur empfehlen“, sagt Dr. Lothar Wehn, Allgemeinmediziner und Impfarzt aus Berne. Er schließt sich dabei der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Berliner Robert-Koch-Institutes an, die jedem Bundesbürger eine Impfung nahe legt. Denn: „Pro Jahr gibt es rund 10 000 Grippetote. Angesichts dieser Zahl wird deutlich, dass viel zu wenig gegen die Grippe getan wird“, sagt Wehn. Zum Vergleich: In den vergangen zwei Jahren starben weltweit 60 Menschen an der Vogelgrippe.

Wehn weist darauf hin, dass das Grippevirus und das Vogelgrippevirus „zwei verschiedene Paar Schuhe sind“. „Es kann allerdings zu einer Überlagerung beider Infekte kommen.“ An Vogelgrippe erkranken könnten nur Personen, die direkten Kontakt zu infizierten Hühnern haben. „Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich“, so der Mediziner. Überhaupt könne die Vogelgrippe nur auf Menschen überspringen, wenn zwei von acht Genen des Virus mutierten. Wehn: „Ob das in diesem Jahr passiert, ist nicht vorherzusagen. Es kann ja sein, dass überhaupt nichts passiert.“

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Eventuelle Sorgen, dass es in Deutschland nicht genug Impfstoff für die herkömmlichen Grippeschutzimpfungen geben könnte, mag er nicht teilen: „Es herrscht kein Mangel an Impfstoff. Die Beschaffung ist kein Problem.“ Er selbst habe noch 400 Impfungen in Reserve liegen.

Auch die Vogelgrippe ist behandelbar: So gibt es das Medikament Tamiflu (es verhindert die Vermehrung der Erreger), mit dem die Krankheit bekämpft werden kann. „Die Pharma-Industrie geht davon aus, dass im Ernstfall ein Impfstoff gegen die Vogelgrippe innerhalb von drei Monaten herzustellen ist“, sagt Wehn, „bis das Präparat vorliegt, gibt man eben Tamiflu-Tabletten.“

Deutschlandweit ist die Nachfrage nach Tamiflu sprunghaft gestiegen. So berichten Fachblätter, dass im August rund 79 000 Tamiflu-Packungen verschrieben wurden. Im Vorjahresmonat waren es lediglich 900.

Die Neue-Apotheke Lemwerder und die Lemwerder Rats-Apotheke registrieren zurzeit keine Nachfrage nach Tamiflu: „Uns ist kein Fall bekannt“, hieß es gestern bei der Neuen-Apotheke.

Mehr Infos unter www.rki.de

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