Brake „Hier entstehen demnächst 7 moderne Eigentumswohnungen“ steht noch immer auf dem Schaufenster des ehemaligen Bettenhauses Müller in der Schulstraße. Aber aus diesen Plänen wird nichts, denn die mit der Vermarktung des Gebäudes beauftragte Oldenburgische Landesbank (OLB) sieht keine Chancen mehr, das Projekt zu realisieren. „Wir haben wirklich alles getan“, sagt Nils Böger, Leiter der OLB-Filiale in Brake, auf NWZ -Anfrage. „Aber es hat sich kein Investor gefunden. Und genügend Interessenten auch nicht.“

Im Frühsommer 2011 haben Wilke und Karin Müller das Fachgeschäft, das seit 1935 in Familienbesitz war, aufgegeben. Mit Architekten, der Stadt und dem Geldinstitut war sich Wilke Müller einig, das Gebäude aufwendig umbauen zu lassen und darin hochwertigen, barrierefreien Wohnraum zu schaffen – immerhin in bester Innenstadtlage.

Eigentlich das ideale Angebot vor allem für Senioren, denen das Einfamilienhaus mit Grundstück zu groß geworden ist, die aber ihre Selbstständigkeit nicht aufgeben wollen und kurze Wege zu Versorgungseinrichtungen, zu Ärzten und zu Bus und Bahn schätzen.

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Warum das Projekt trotzdem gescheitert ist, weiß Nils Böger deshalb auch nicht. Die Erfahrung bei anderen Immobilienverkäufen zeigten allerdings, dass es in Brake nur wenig Interessenten gibt, die bereit seien, für hochwertigen Wohnraum mehr als 100 000 Euro zu bezahlen. Dabei hätte das Projekt nicht nur die Schulstraße aufgewertet, sondern den gesamten „Standort Innenstadt“ – und möglicherweise noch Nachahmer gefunden, meint Nils Böger.

Tatsächlich ist die Idee, in bester Innenstadtlage altersgerechtes Wohnen anzubieten, keineswegs neu. Bereits 2007 begann der damalige Bauherr Uwe Pantförder, das Haus an der Heukaje 3 und wenige Monate später auch das Haus Heukaje 4 umzubauen, um darin barrierefreie Wohnungen mit gehobener Ausstattung und einer Größe zwischen 60 und 110 Quadratmetern anzubieten. Diese Umbauarbeiten wurden allerdings – zumindest in Haus Nummer 4 – nicht abgeschlossen.

Auch das derzeitige Hotel am Strom war 2008 schon einmal als Seniorenresidenz im Gespräch. Damals wollte die Weserhotel AG das Gebäude aufstocken – zwar für eine Hotel- und Restaurantnutzung, aber die Bank forderte damals ein Alternativnutzungskonzept. Über den Bau von altersgerechten Wohnungen denkt aktuell noch Jens-Uwe Thormählen aus Bardenfleth nach – und zwar auf dem Grundstück, auf dem noch das Traditionslokal „Admiral Brommy“ steht (die NWZ  berichtete).

Stadtvillen für betuchte Senioren waren ebenfalls als Nachnutzung auf dem Grundstück am Schrabberdeich, auf dem das Rathaus steht, im Gespräch, wenn die Pläne umgesetzt worden wären, die Verwaltung in den Bahnhof umzusiedeln. „Es gibt immer noch Investorenanfragen zu diesem Projekt“, sagt Bauamtsleiter Matthias Wenholt.

Dass es dennoch solche Wohnungen in bester Lage in Brake bisher nicht gibt, erklärt sich Wenholt mit einem zurzeit noch nicht vorhandenen Bedarf. „Aber er wird kommen“, verweist Wenholt auf Erfahrungen aus den benachbarten Oberzentren. „Vielleicht ist die Zeit hier einfach noch nicht reif.“

Die Stadt werde Investoren aber selbstverständlich bei der Bauleitplanung und Flächenbereitstellung unterstützen, wenn sie an ihn herantreten würden, betont Matthias Wenholt.

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Torsten Wewer Elsfleth / Redaktion Brake
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