Fedderwardersiel Wilhelm Speichert aus Fedderwardersiel hat sich am Dienstag mit seinem Rechtsanwalt darauf verständigt, dass er eine Klage gegen den II. Oldenburgischen Deichband anstrengen wird. Der 87-Jährige hofft, auf diese Weise doch noch zu dem Geld zu kommen, dass ihm nach seiner und auch nach der Meinung von Anwalt Alexander Schuhr aus Nordenham zusteht: 9000 Euro Schadenersatz für neun Bäume, die der Deichband Anfang des Jahres auf Wilhelm Speicherts Grundstück am Fedderwarder Deich gefällt hatte.

Küstenschutz geht vor

Die Bäume mussten nach Aussagen des Deichbands aus Gründen des Küstenschutzes weichen – in einem Katastrophenfall hätten sie an der schmalen Straße entlang des Deichs ein Hindernis für die Einsatzkräfte darstellen können. Der Deichband war davon ausgegangen, dass sich der Grundstücksstreifen, auf dem die Bäume standen, in seinem Eigentum befindet. So habe es aus den damals vorhandenen Unterlagen auch ein Vertrauter herausgelesen, den Wilhelm Speichert dazu geholt hatte, als der Bautrupp vor der Tür stand. Inzwischen hat eine erneute amtliche Vermessung aber zweifelsfrei ergeben, dass der 87-Jährige der Eigentümer ist.

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Deichbandvorsteher Burchard Wulff hat Wilhelm Speichert am vergangenen Sonnabend nach telefonischer Vorankündigung einen Besuch abgestattet. „Es war ein nettes Gespräch“, sagt der Rentner. Nur sei nichts in seinem Sinne dabei herausgekommen. Er habe Burchard Wulff erklärt, dass er am Dienstag einen weiteren Termin mit seinem Rechtsanwalt habe, und ihn gebeten, sich mit diesem ins Benehmen zu setzen. Das, so Alexander Schuhr, sei jedoch nicht geschehen.

Nun will Wilhelm Speichert mit Hilfe seines Anwalts die 9000 Euro Schadenersatz einklagen. „Mir bleibt keine andere Wahl“, sagt der Fedderwardersieler, „das ist wie bei einem Boxer, der in die Ecke gedrängt wird. Irgendwann fängt er an, sich zu wehren“.

Anwalt prüft Strafanzeige

Alexander Schuhr sagte am Dienstag: „Herr Speichert hatte gehofft, dass nach dem Gespräch am Sonnabend Bewegung in die Sache kommt. Leider müssen wir heute feststellen, dass das nicht der Fall ist.“ So sieht auch der Nordenhamer Anwalt, zwischen dem und dem Deichband bereits seit Februar Schreiben hin und her gehen, keine andere Möglichkeit mehr als eine Klage. Alexander Schuhr will zudem die Möglichkeiten einer Strafanzeige gegen den Deichband prüfen – wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Unterschlagung des Brennholzes, das bei der Baumfällaktion angefallen war. Das hatte der Deichband mitgenommen.

Deichbandvorsteher Burchard Wulff wollte sich am Dienstag auf NWZ -Nachfrage zu der drohenden Klage nicht äußern. Er sagte, dass er auf Fragen der Redaktion in dieser Sache vorerst keine Antworten mehr geben werde.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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