NORDENHAM Auch die Arbeitslosen sind jetzt im Vorstand vertreten. Für sie spricht Jan Gagelmann.

von henning bielefeld NORDENHAM - Der DGB-Ortsverband Nordenham hat erstmals eine Frau an seine Spitze gewählt: Elfi Hausmann. Die ehemalige Vorsitzende des Wal-Mart-Betriebsrates, die nicht mehr arbeitet, aber noch bei Verdi aktiv ist, wurde einstimmig zur Nachfolgerin von Karlheinz Dörr-

becker (IG Metall) gewählt. Bisher war sie seine Stellvertreterin gewesen.

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Dörrbecker, unter dessen Leitung der Nordenhamer DGB vor vier Jahren wiederbelebt worden war, verzichtete auf eine zweite vierjährige Amtszeit. Als Gründe nannte er sein Engagement als freigestelltes Betriebsratsmitglied bei Airbus und die Tatsache, dass er im nächsten Monat Vater wird. Zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Delegierten der Einzelgewerkschaften den Airbus-Mitarbeiter Ralf Bremer; die Schriftführung vertrauten sie dem nkt-Belegschafter Mustafa Dogan an und das neue Amt des Pressewartes dem Airbus-Mitarbeiter Thomas Bartsch. Alle wurden einstimmig gewählt; außer der Verdi-Frau Elfi Hausmann gehören alle Vorstandsmitglieder der IG Metall an.

Die Wahlen waren wichtigster Tagesordnungspunkt der Delegiertenkonferenz am Mittwochabend im Heim des deutsch-türkischen Vereins „Freundschaft und Solidarität“ an der Kabelstraße. Ebenfalls einstimmig beschlossen sie, dem Arbeitskreis Arbeitsloser im Arbeitslosenzentrum einen Vorstandssitz zu geben, damit der Gewerkschaftsbund auch die Arbeitslosen vertritt. Diesen Sitz nimmt Jan Gagelmann ein.

„Wir haben ’ne Menge auf die Beine gestellt, gute Arbeit geleistet und eine gewisse Resonanz erreicht“, sagte Karlheinz Dörrbecker in seinem Rechenschaftsbericht. Er appellierte an den neuen Vorstand, die Öffentlichkeit zu suchen, denn nur so seien im Kampf um Arbeitslosigkeit und soziale Gerechtigkeit Punkte zu machen. Bedenklich stimmt Dörrbecker die öffentliche Wahrnehmung der Gewerkschaften: „Wir werden an den Pranger gestellt, ohne dass sich Protest erhebt.“

Zweiter Höhepunkt der Veranstaltung war das Referat über „Die Zukunft des Sozialstaates“, das Manfred Klöpper, Vorsitzender der DGB-Region Oldenburg/Wilhelmshaven, hielt. Er vertrat die Auffassung, dass sich der Sozialstaat nicht in der paritätischen Finanzierung von Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung erschöpft, sondern dass er Arbeitnehmern eine sozial abgesicherte Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg gebe. Dazu gehörten auch Gesamtschulen und kostenloses Studium.

Klöpper sprach sich sowohl gegen Selbstbeteiligung in der Krankenkasse als auch gegen die Riesterrente aus. Allerdings erwähnte der Gewerkschafter in seiner Rede weder die Überalterung der Gesellschaft noch die Überschuldung der öffentlichen Haushalte oder den dramatisch wachsenden Wettbewerb mit dem billiger produzierenden Ausland. Mehrfach betonte er, die Entwicklung sei auf „einem ganz, ganz schlechten Weg“. Die jetzigen Standards könnten nur von kämpferischen Gewerkschaften erhalten werden.

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