Brake Mit Investitionen in Millionenhöhe reagieren Hafenbetreiber Niedersachsen Ports und J. Müller als größter Nutzer auf ein herausforderndes Marktumfeld, ein schwieriges Jahr 2016 und einen schleppenden Start in das laufende Jahr. Unterm Strich fließen 2017 rund 17 Millionen Euro in Neuerungen, teilten beide Unternehmen bei der Vorstellung des Jahresergebnisses 2016 mit.

Niedersachsen Ports investiert rund acht Millionen Euro in die Infrastruktur des Standortes. Größte Baustellen sind ein zweiter Großschiffliegeplatz an der Südpier (der nach Verzögerungen in der zweiten Jahreshälfte fertig werden soll) sowie die Brücke über die Bahnlinie an der Berliner Straße (die in der zweiten Jahreshälfte 2019 stehen soll). Weitere 2,8 Millionen Euro stehen für die Instandhaltung bereit. J. Müller (Bruttoumsatz 2016: 114 Millionen Euro) investiert rund 9 Millionen Euro; allein 2,1 Millionen Euro kostet das neue Sozialgebäude am Südgate, die übrige Summe fließt laut Jan Müller, Vorstandsvorsitzender der J. Müller AG, „in eine Vielzahl von Investitionen, die zur Steigerung der Effizienz des Standortes führen“.

„Eine leistungsfähige, zuverlässige und moderne Infrastruktur schafft die Voraussetzungen für den Erfolg des Hafens Brake“, erklärt Holger Banik, Geschäftsführer der Niedersachsen Ports. Wichtige Themen dabei: Digitalisierung sowie Umwelt- und Nachwuchs-Management.

Leichte Einbußen

Denn der Erfolg musste im zurückliegenden Jahr einen leichten Einbruch hinnehmen: Insgesamt wurden 7,64 Millionen Tonnen umgeschlagen, 6,36 Millionen Tonnen davon im Seeverkehr (minus 5,35 Prozent). Im längerfristigen Durchschnitt (2008 bis 2016) beträgt das Wachstum dennoch 1,5 Prozent. 2016 sei dennoch, so Müller, „das zweitbeste Ergebnis in den vergangenen zehn Jahren“.

Bei der J. Müller Agri + Breakbulk Terminals wurden 9,1 Prozent weniger Getreide/Futtermittel umgeschlagen: 3,277 Millionen statt 3,606 Millionen Tonnen. Während bei Zellulose eine Mengensteigerung um 23 Prozent verzeichnet wurde, sank die Tonnage von Eisen und Stahl der J. Müller Stahl + Projekt Terminal um denselben Prozentwert. Hauptgrund: die Werksschließung eines Hauptkunden. Nachgegeben haben Umschlag und Umsatz bei Windkraftanlagen. Hier rechnet Geschäftsführer Martin Krahl mittelfristig aufgrund der anstehenden Erneuerung vieler Anlagen wieder mit Wachstum.

Verantwortlich macht Müller für den Umschlagrückgang internationale Konflikte, niedrige Ölpreise, historisch niedrige Seefrachten und eine schwache Weltwirtschaft. Dies führe in vielen deutschen Häfen zu weniger seewärtigem Umschlag. Gleichzeitig nehme der Wettbewerb unter den Seehafenterminalbetrieben zu. „In diesem schwierigen Umfeld ist der Seehafen Brake aufgrund seiner Nischenstrategie erfolgreich“, betont Müller mit Blick auf die moderaten Rückgänge im Vergleich zum Rekordjahr 2015.

Blick voraus

Für 2017 rechnet Müller „in allen Bereichen mit einem schwierigen Geschäftsjahr“. Getreideimporte blieben aus, zudem wirke sich die Vogelgrippe negativ auf die Nachfrage nach Futtermitteln aus.

„Die Weseranpassung muss kommen, um den Hafen wettbewerbsfähig zu halten“, setzen Banik und Müller gleichlautend auf eine Fahrrinnenvertiefung auf eine Abladetiefe von 12,80 Meter. Das bedeute im Vergleich zu derzeit 11,90 Metern 10 000 Tonnen mehr Fracht pro Schiff.

Und auch die Fertigstellung des zweiten Großschiffliegeplatzes sei für die Absicherung und das Wachstum des Umschlaggeschäftes besonders wichtig.

Ein Baustein dabei ist auch der Kauf der Getreideverkehrsanlage in Bremen. In Zeiten, in denen die Separierung der Lagerung immer wichtiger werde, stärke die Lagerkapazität von 100 000 Tonnen (Brake: 500 000 Tonnen) die Stellung der Unternehmensgruppe als Spezialist Seehafenagarlogistik an der Unterweser, so Müller.

Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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