Elsfleth Wie sehr die aktuelle Flüchtlingssituation auch Elsflether Institutionen, Behörden und vor allem die Menschen fordert, zeigte die jüngste Sitzung des Präventionsrates. Jugendtreff-Leiterin und Diplom-Sozialpädagogin Mareike Prieß machte deutlich, dass sie mit ihren Kräften am Ende sei.

Wie Prieß berichtete, nutzen derzeit auch einige syrische Jugendliche regelmäßig den Jugendtreff. „Das ist grundsätzlich schön und sie sind auch herzlich willkommen, aber es ist schwierig, die Kulturen miteinander zu vereinen“, sagte Prieß. Durch die kulturellen Unterschiede herrsche ein hohes Konfliktpotenzial zwischen den Jugendlichen, sprachliche Barrieren würden das Problem weiter verstärken, sagte Prieß.

Schon einige Male habe sie den Jugendtreff vorzeitig schließen müssen. Jugendliche – syrischer wie Elsflether Herkunft – würden regelmäßig vor die Tür gesetzt, weil Streitigkeiten durch Provokationen beider Gruppen eskalieren und sogar in Schlägereien ausarten, bei denen sie nicht nur machtlos sei, sondern selbst Angst bekomme, machte die Jugendtreff-Leiterin deutlich.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Kein Respekt vor Frauen

Ein großes Problem sei, dass die ausländischen Jugendlichen sie als Frau nicht als Respektsperson akzeptieren würden, sagte Prieß. Ahmad Samara vom Deutschen Roten Kreuz, der auch für die Stadt Elsfleth in der Flüchtlingshilfe tätig ist (die NWZ  berichtete), sei schon mehrfach im Jugendtreff gewesen, und habe den Jugendlichen die Regeln des Jugendtreffs übersetzt und versucht, die Probleme zu lösen.

Doch mit einer Übersetzung und einer nur punktuellen Unterstützung sei es nicht getan, sagte Prieß. Denn natürlich könne auch Ahmad Samara nicht ständig im Jugendtreff vor Ort sein, erklärte auch Präventionsratsgeschäftsführer Andreas Haane.

Unterstützung nötig

„Ich brauche mehr Unterstützung. Für mich alleine ist es auf Dauer nicht möglich, hier Integration zu leisten“, sagte Prieß deutlich. Auch in Zusammenarbeit mit der Oberschule habe Prieß bereits versucht, die Probleme zu lösen. Denn auch dort kennt Schulleiter Jochen Wessels die betreffenden Jugendlichen – und auch dort machen sie regelmäßig Probleme. Doch Gespräche mit den Familien und dem Jugendamt hätten nicht geholfen, berichteten Prieß und Wessels.

Die Mitglieder des Präventionsrates reagierten betroffen. Eine sofortige Lösung konnten sie jedoch nicht präsentieren. Sie einigten sich darauf, sich umzuhören, ob es männliche Freiwillige mit entsprechenden Sprachkenntnissen geben würde, die sich bereit erklären, Prieß regelmäßig im Jugendtreff zu unterstützen.

Vor allem aber für einen geplanten Ausflug sucht Prieß im Moment Unterstützung. Sie plant mit dem Jugendtreff am 17. Mai in den Heidepark zu fahren. „Ich will niemanden ausschließen“, sagt sie. Doch in der aktuellen Situation sei eine gemeinsame Fahrt schwer vorstellbar. Eine weibliche Begleitung könne sie organisieren, doch unter den gegebenen Umständen sei dies keine Lösung.

Deshalb appellieren die Mitglieder des Präventionsrates vor allem an männliche Freiwillige mit entsprechenden Sprachkenntnissen. Wer sich vorstellen kann, Mareike Prieß am 17. Mai auf der Fahrt zu unterstützen, oder sogar regelmäßig im Jugendtreff auszuhelfen, kann sich bei Mareike Prieß im Jugendtreff oder bei Andreas Haane unter Telefon 04404/50424 melden.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.