EINSWARDEN Die ersten Verhandlungsrunden brachten kein Ergebnis. Die IG BAU hält eine Lohnerhöhung um 6,2 Prozent für angemessen.

Von Norbert Hartfil EINSWARDEN - Im Sägewerk der Midgard in Einswarden stehen die Zeichen auf Streik. Gestern haben die 30 Beschäftigten vorübergehend die Arbeit niedergelegt, um die Geschäftsführung vor schärferen Maßnahmen zu warnen. Hintergrund der Protestaktion ist die Forderung nach mehr Lohn. Die beiden ersten Verhandlungsrunden über den Haustarifvertrag sind ergebnislos abgebrochen worden.

Das im Dezember unterbreitete Angebot der Arbeitgeberseite, die Löhne um 1 Prozent anzuheben, ist aus Sicht des Betriebsrates und der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (BAU) indiskutabel. Die Gewerkschaftssekretäre Rainer Thiel und Markus Gärtner bekräftigten gestern, dass eine Lohnerhöhung von 75 Cent die Stunde oder 6,2 Prozent im Durchschnitt angemessen sei.

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„Das ist überhaupt nicht überzogen“, sagte Thiel, „wir hätten auch eine zweistellige Erhöhung fordern können.“ Angesichts der „guten wirtschaftlichen Lage und der vollen Auftragsbücher“, so Thiel, hätten die Beschäftigten einen Anspruch auf höhere Bezüge. Zumal gleichzeitig in vielen anderen Bereichen des Lebens die Kosten steigen würden.

Nach Darstellung des Betriebsratsvorsitzenden Sven Freese hat die Rhenus Midgard Forest Logistics GmbH & Co. KG in Einswarden 2006 rund 10 Prozent mehr Holz verarbeitet als im Jahr zuvor. Die 1989 gegründete und von Michael Appelhans geleitete Firma ist eine hundertprozentige Tochter des Hafenunternehmens Rhenus Midgard.

Dass der Sägewerkbetrieb im vergangenen Jahr trotz der Mehrarbeit rote Zahlen geschrieben haben soll, kann Freese nicht glauben. „Immer wenn Lohnverhandlungen anstehen“, lautet seine Vermutung, „sind die Zahlen schlecht.“ Denn 2005 habe der Betrieb noch Gewinn gemacht.

Freese verweist auf die Einbußen, die die Mitarbeiter über mehrere Jahre hätten hinnehmen müssen. So seien sechs bezahlte freie Tage gestrichen und die 40-Stunden-Woche wieder eingeführt worden. „Wir haben genug verzichtet“, sagte der Betriebsratsvorsitzende.

Mit der Protestaktion wollten die Mitarbeiter deutlich machen, dass „wir es ernst meinen“. Die Geschäftsführung wurde dazu aufgerufen, umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Da nach dem Haustarifvertrag keine Friedenspflicht einzuhalten ist, kann es kurzfristig zum Streikaufruf der IG BAU kommen. „Wir erwarten unverzüglich ein Zeichen der Geschäftsführung“, betonte Betriebsratsvorsitzender Freese.

Nach Freeses Angaben haben sich die zurzeit acht Leiharbeiter solidarisch erklärt. In diesem Zusammenhang kündigte die IG BAU an, gegen Dumpinglöhne für die Leiharbeitskräfte in dem Sägewerk vorgehen zu wollen. Deren Stundenlohn beläuft sich nach Angaben der Gewerkschaft auf 7,01 Euro.

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