Rodenkirchen Das erste Wochenende im November gehört den Kaninchenzüchtern. Das ist in Rodenkirchen seit Jahrzehnten so, und in diesem Jahr ist es nicht anders. Manfred Bliefernich ist ein wichtiger Teil dieser Tradition: Seit 34 Jahren engagiert er sich ehrenamtlich für diese Ausstellung.

Der 66-Jährige ist erst spät zu den Mümmelmännern gekommen. In seiner Jugend hatte der Bankkaufmann – bis Ende vergangenen Jahres war er bei der Volksbank in Brake beschäftigt – Fußball gespielt, zunächst beim VfL Brake in der Verbandsliga, dann für den AT Rodenkirchen. „Mit 32 Jahren waren die Knochen kaputt, und dann habe ich mir ein neues Hobby gesucht“, erzählt Manfred Bliefernich.

Mit Leben füllen

In Wirklichkeit fand nicht er das Hobby, sondern es fand ihn: Bei einem Besuch der Kaninchenschau in der Hengsthalle sprach ihn Erwin Tönjes an, damals Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins Rodenkirchen. Und weil Manfred Bliefernich gerade in ein Haus mit Stall und großem Grundstück in Norderschwei gezogen war, kam ihm die Idee gerade recht: „Ich wollte den Platz mit Leben füllen.“

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Und so tummelten sich bald neben Pferden, Ponys und Schafen auch Kaninchen bei Familie Bliefernich. Und ehe der Neu-Züchter sich‘s versah, hatte er auch schon einen Job: 18 Jahre lang organisierte er die Tombola zur Ortsschau. Als er eine neue Aufgabe suchte, betraute ihn der Verein mit der Ausstellungsleitung. Die übt er jetzt schon 16 Jahre lang aus.

„Ich bin mit Herzblut dabei, sonst läuft das nicht“, sagt Manfred Bliefernich. „Es macht einfach Spaß, weil ich ein tolles Team habe.“ Damit meint er alle 33 Mitglieder – darunter 21 aktive Züchter – und ihre Lebenspartner, von denen sich jeder bei der Ortsschau einbringt – etwa bei der Tombola, am Bratwurstgrill oder hinter der Theke.

Besonders stolz und glücklich ist Manfred Bliefernich, dass auch seine Frau Cornelia mitzieht und sich ein enormes Fachwissen angeeignet hat: „Alleine könnte ich das gar nicht schaffen“, sagt er. Die beiden bilden eine Zuchtgemeinschaft.

Dieses Mal stellen sie 11 Tiere aus, halb so viele wie sonst. Denn 12 Jungtiere sind einer Darmkrankheit zum Opfer gefallen. Den anderen Züchtern ging es ähnlich, so dass der Verein in diesem Jahr nur 226 Tiere ausstellen kann, allen voran 32 Helle Großsilber und 22 Blaue Wiener. Manfred und Cornelia Bliefernich züchten seltenere Rassen: Kleinsilber grau-braun und Schwarzgrannen.

Hohe Zuchtqualität

300 bis 350 Besucher kommen Jahr für Jahr in die Hengsthalle, um sich die Tiere anzusehen. Vor allem am Sonnabendnachmittag drängen sich die Gäste. Dazu gehören Rodenkircher, aber auch Züchter aus dem gesamten Weser-Ems-Gebiet, die hier nach Zuchttieren suchen, denn der Rassekaninchenzuchtverein Rodenkirchen ist weithin bekannt für die hohe Qualität seiner Tiere. „Viele Tiere haben auch in diesem Jahr wieder die Note ,Vorzüglich‘ bekommen, also 97 von 100 möglichen Punkten“, freut sich Manfred Bliefernich. „Wir hoffen, dass einige Tiere auch wieder – wie in den vergangenen Jahren – 98 Punkte bekommen. Mehr geht nicht.“

Wer keine Kaninchen kaufen will, kann sich für kleines Geld an Kaffee, Kuchen und Bratwurst laben. „Hier kann sich jeder für 2,50 Euro einen schönen Nachmittag machen“, sagt Manfred Bliefernich.

Bis es so weit ist, muss er noch die vier Preisrichter Peter Mickmann, Langen, Gerd Wichmann, Oldenburg, Heinz Zippel, Drangstedt, und Ingo Heißenbüttel, Bremen, für das nächste Jahr verpflichten. Denn Preisrichter sind sehr gefragt und deshalb schnell ausgebucht. Wenigstens steht der Termin für 2016 schon fest: Es ist wieder das erste Wochenende im November.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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