Huntorf Gruppen aus Argentinien und Chile waren bereits vor Ort, die Italiener haben sich erst kürzlich mit guten Tipps verabschiedet und die nächsten Gäste aus fernen Ländern sind bereits angemeldet. Ziel der internationalen Besuchergruppen sind nicht die großen deutschen Städte wie Berlin, Hamburg oder München. Deren Ziel ist in Huntorf 1 der „Garten Moorriem“ von Dr. Albrecht und Ute Ziburski. „Die Freunde naturnaher Gartengestaltung sind weltweit vernetzt und tauschen sich als Community nicht nur über das Internet, sondern auch bei persönlichen Besuchen aus“, so Albrecht Ziburski.

Neben den Besuchern aus nah und fern freut sich das Ehepaar Ziburski in diesen Tagen aber auch über die vielen kleinen, geflügelten Gäste, die sich in dem üppig blühenden, naturnahen Garten auf tausenden von Blüten niederlassen. Ihr 6000 Quadratmeter großes Gartenareal rund um das historische Moorriemer Fachwerkhaus haben Albrecht und Ute Ziburski angelehnt an das Konzept „New Dutch Wave“ des niederländischen „Garten-Rebellen und Rockstar der Gartengestaltung“ Piet Oudolf in den Jahren seit ihrem Einzug 2006 inzwischen zur Vollendung gebracht. Berühmt wurde der Niederländer unter anderem mit seiner Gestaltung des Highline-Park, einer stillgelegten Hochbahntrasse in Manhattan. „In unserem Garten finden sich traditionelle Muster ebenso wie zeitgenössische Gestaltungsideen“, sagt Albrecht Ziburski, „bei der Anlage haben wir uns auch die mittelalterlichen Moorriemer Siedlungsstrukturen mit den extrem langen und schmalen Hofstellen zu Nutze gemacht.“

In Anlehnung an die alten Gartentraditionen ist der „Garten Moorriem“ in drei Segmente aufgeteilt. Nahe am 300 Jahre alten Fachwerkhaus blühen im Frühsommer Rosen, Bartiris, Päonien und Storchschnabel als zarte Begleiter für den farbenfrohen Rittersporn. Im Sommergarten entfachen Dahlien, Taglilien, Montbretien und viele weitere, auch exotischen Stauden ein Feuerwerk aus roten, gelben und orangen Farben. Durch einen kleinen Waldgarten und über eine Brücke gelangt man zu den naturnahen Gartenteilen mit besonderen Stauden wie Rodgersien, Farnen, Iris, Steppengräsern, Wiesenrauten und Echinaceen. Auch die schwarzrote Angelica gigas (rote Engelwurz) steht in diesen Wochen in voller Blüte und ist ein Paradies für Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und sogar das Grüne Heupferd lässt es sich auf der Engelwurz gut gehen. Dieses Konzept der Gartengestaltung hat in den Monaten August und September seinen farbenfrohen Höhepunkt. Auf dem östlichen Areal vor dem Fachwerkhaus befindet sich die Gärtnerei. Freunden des naturnahen Gärtnerns empfiehlt Albrecht Ziburski, die Staudenbeete mit Strukturkompost zu bedecken. Dieser Kompost – erhältlich im Kompostwerk Oldenburg – unterdrückt Wildkräuter, hält die Feuchtigkeit im Boden und dient gleichzeitig als Dünger.

Dass aber der tägliche Gießeinsatz mit denen der vergangenen Jahre nicht zu vergleichen ist, stimmt auch Albrecht Ziburski nachdenklich zu. „Es ist nicht zu leugnen, dass sich das atlantische Klima verändert und ich frage mich, ob es noch angemessen ist, mit so viel Aufwand zu gärtnern, wie wir es machen. Alles sieht üppig und natürlich aus, aber ohne Gießen geht im Moment gar nichts! Durch die milden Winter treiben die Pflanzen früher aus, im Mai gibt es häufig Spätfröste. Die machen es der Vegetation, die immer früher durchstartet, richtig schwer. Fest steht, dass die extremen Witterungsverhältnisse, auch lange Trockenheit, Starkregen und schwere Gewitterfronten, die Natur und auch die Landwirtschaft stark beeinträchtigen.“ Von den italienischen Besuchern bekam der Moorriemer Naturgärtner übrigens einen tollen Tipp: „In den heißesten Mittagsstunden haben wir unsere Beete kräftig mit einem Wasserregen besprüht. Durch die Verdunstung kühlte die Luft rund um die Pflanzen und Stauden ab. So haben wir es geschafft, dass keine Pflanze in der Mittagshitze verbrannte.“

Der „Garten Moorriem“ in Huntorf 1 ist noch bis zum 29. September geöffnet, Freitag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

Erwachsene bezahlen fünf Euro, Kinder haben freien Eintritt. Für Gruppen ab 15 Personen ist der „Garten Moorriem“ auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Absprache unter Telefon   04485/ 462904 (E-Mail: info@garten-moorrien.de) geöffnet.

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