RODENKIRCHEN Das alte Butjenter Kochbuch, auf einem Beistelltisch im Gang zum Frühstücksraum rechts neben einer gelben Rose liegend, preist Pannfisch und Labskaus mit Fisch an. Beim Gedanken an diese Speisen erinnert sich manch ein Seemann sicherlich an alte Zeiten, als die Gerichte noch regelmäßig aufgetischt wurden.

Auch die Eheleute Hanna und Richard Hemme erinnern sich. Am kommenden Mittwoch, 1. September, feiern sie 25-jähriges Bestehen, denn 1985 hatten sie Albrechts Hotel in Rodenkirchen erworben. „Wir haben damals Nägel mit Köpfen gemacht“, sagt Richard Hemme rückblickend.

Mit diesem Schritt setzten beide eine mittlerweile rund 200-jährige Tradition fort. Das 1821 errichtete Gebäude habe Friedrich Menke gepachtet und später käuflich erworben, erzählt Richard Hemme (71). Eine Gastwirtschaft mit Stallungen, eine Gewürzhandlung, Kegelbahn und Billard sowie eine Bäckerei seien im Haus eröffnet worden. Bis 1899 blieb das Gebäude im Besitz der Familie Menke.

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Als Besitzer folgten die Bierbrauerei Wittekind in Wildeshausen, der Gastwirt Hermann Hinrich Wenke und am 1. April 1930 der Gastwirt Heinrich Meyer. Nach dessen frühem Tod führte die Witwe den Betrieb weiter. Am 28. November 1946 kam die Gaststätte dann zu ihrem heutigen Namen: Bertha und Hermann Albrecht traten als spätere Eigentümer in Erscheinung. Nach einer Renovierung im Januar 1973 erhielt der Betrieb seinen noch heute gültigen Namen. Nach Marianne und Benno Albrecht führte deren Tochter Sigrid Kluth das Geschäft in der dritten Generation bis August 1985.

„Ich war schon im Haus beschäftigt“, erzählt Hanna Hemme (68), geborene Boyksen. Die gebürtige Rodenkircherin hatte zuvor die Bundeswehrkantine gepachtet gehabt. Nach dem Schritt in die Selbstständigkeit wurden die 20 Hotelzimmer immer wieder renoviert und auch die Küche stets den neuen Anforderungen angepasst. Nach seiner Pensionierung stieg dann auch der Ruheständler Richard Hemme noch intensiver in den Betrieb ein. „Wir hängen mit Leib und Seele daran“, sagt Hanna Hemme. Anders sei ein solcher Betrieb auch nicht zu führen.

Sie haben viele Stammgäste. Mehrere Familien aus Süddeutschland rücken seit 1990 regelmäßig zur Sail an. Diesmal seien sie zum fünften Mal dabei. Auch die Sielroute und der Weser-Radweg sorgten dafür, dass immer wieder auch altbekannte Touristen und Tagesgäste bei ihnen einkehrten.

Zusammen schauen beide auf 110 arbeitsreiche Jahre zurück. Hanna Hemme hatte ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau in Bremerhaven (1956) und ihr Ehemann seine Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn (1954) begonnen. Vor nunmehr 25 Jahren setzten sie den Grundstein für ihr ausgefülltes Leben. Stolz sind beide auf ihre drei Töchter, die Schwiegersöhne und Enkelkinder. „Die Kinder helfen mit, wenn Not am Mann ist“, sagen sie. Und das sei in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich.

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