WESERMARSCH Nicht nur zweibeinige Urlauber genießen die frische Luft und das gute Klima an der Nordsee, auch vierbeinige. Die Weiden der Wesermarsch sind voll von Pensionspferden, die es sich hier von Anfang Mai bis Ende Oktober gut gehen lassen. Für viele Landwirte ist das „ein angenehmes Zubrot“, sagt Meent Bruncken aus Ruhwarden.

Angenehm deshalb, weil es wenig Kosten verursacht. Denn für die Weidemasthaltung, die er auch betreibt, muss der Landwirte Rinder kaufen.

Ernergiereiches Futter

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Der Landwirt hält seit 18 Jahren Pensionspferde. Eigene Pferde hatten die Brunckens damals nicht auf dem Hof, erinnert sich der 42-Jährige, „aber ich war Reiter.“ Und als er acht Kilometer entfernt einen Hof zupachtete, entschloss er sich, dort Pensionspferde zu weiden.

So geht es vielen Landwirten, sagt Dr. Heiko Meinardus, der Kreisvorsitzende der Züchter des Oldenburgischen Pferdes. Wenn sie freie Flächen zur Verfügung haben und mit Pferden umgehen können, setzen sie auf die Weidegasthaltung.

Wie viele Pensionspferde in der Wesermarsch weiden, mag weder Meinardus noch der Geschäftsführer des Kreislandvolkverbandes, Manfred Ostendorf, beziffern. Auf alle Fälle werden es weit mehr als 1000 sein. Damit sind sie auch ein Wirtschaftsfaktor für die Wesermarsch.

„Für die Wesermarsch spricht auch das energiereiche Futter, das auf dem jungen Marschboden wächst“, sagt Maike Harbers-Bahr, die in Seeverns den größten Pferdepensionsbetrieb in der Wesermarsch innehat. „Die Pferde entwickeln sich hier ganz anders als auf anderen Böden. Zudem ist der Boden flach, so dass sich die Pferde weniger anstrengen müssen als im hügeligen Land.“

Die Pferde, sagt Maike Harbers-Bahr, „sind hier glücklich.“

Meent Bruncken hat auf der Suche nach Vertragspartnern unter den Pferdebesitzern zunächst auf Mundpropaganda gesetzt, bald aber auch in Fachzeitschriften für Pferdehalter inseriert. Zunächst kam der Großteil seiner Pensionspferde aus Nordrhein-Westfalen. Verschiedene Besitzer brachten junge Pferde zu ihm, aber auch ältere Tiere, die nicht mehr geritten werden konnten.

Bis zu 45 Pferde hatte Meent Bruncken im Sommer auf seinen Weiden, zurzeit sind es noch etwa 30. Damit liegt er im Trend der Wesermarsch, der leicht rückläufige Zahlen für Pensionspferde ausweist.

Wechsel mit Rindern

Seit mehreren Jahren hat Meent Bruncken jetzt einen festen Großkunden: einen Hengsthalter aus Schleswig-Holstein. Der lässt seine jungen Holsteiner Hengste, aus denen einmal Stars für Springturniere werden sollen, in Butjadingen weiden.

Übrigens achten sowohl Meent Bruncken als auch Maike Harbers-Bahr sorgsam darauf, dass nicht nur Pferde auf ihren Flächen weiden. Im Wechsel treiben sie auch immer Rinder auf die Weiden. Denn die Pferde fressen nur in einer bestimmten Ecke des Hamms – und eine andere nutzen sie als Freiluft-Toilette. Anders als das Rindvieh sind sie edle Tiere und trennen beide Seiten des Fressens strikt.

Was allen Menschen sofort einsichtig erscheint, ist aber nicht gut für die Weiden. Wenn nur Pferde auf ihnen grasen, gehen sie im Laufe der Jahre kaputt.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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