Nordenham Die Idee ist gut. Die Umsetzung in die Realität erscheint sehr schwierig. Jetzt kommt es darauf an, Bürger zu finden, die sich für das Vorhaben engagieren.

So lässt sich die Debatte im Bauausschuss über den Vorschlag des FDP-Fraktionschefs Manfred Wolf für einen sogenannten Bürgerbahnhof in Nordenham zusammenfassen. Wie berichtet, möchte Manfred Wolf mit einem Genossenschaftsmodell das seit Jahren leerstehende Bahnhofsgebäude wiederbeleben. Ähnliche Projekte seien in Cuxhaven und Vlotho erfolgreich verlaufen.

Manfred Wolf möchte, dass sich Bürger, Unternehmen und Organisationen in einer Genossenschaft zusammenfinden. Sie soll das 1875 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Gebäude sanieren und eine Nutzung auf den Weg bringen.

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Die Stadt soll die im Eigentum der Deutschen Bahn befindliche Immobile nach dem Vorschlag von Manfred Wolf zu einem symbolischen Preis übernehmen, Erbbaurechtsverträge abschließen, das Gebäude der Genossenschaft übertragen und selbst Genossenschaftsmitglied werden.

In seiner Rede im Bauausschuss zog Manfred Wolf dieses Fazit: „Man kann diese Idee natürlich von vornherein auch wieder zerreden und abschmettern, was ja zumindest derzeit schon wieder durch die örtliche Politik erfolgt. Man könnte natürlich aber auch sagen, ich mache da mal aktiv mit, und einen Versuch ist es allemal wert, denn es ist besser als nichts.“

Die Idee sei gut, bestätigte Karl-Heinz Wedemeyer (CDU). Als ehemaliger Banker sage er aber: „So klappt das nicht.“ Sieben Millionen Euro Sanierungs- und Umbaukosten seien für das gescheiterte Vorhaben, den Bahnhof in ein Hostel umzuwandeln, veranschlagt gewesen.

Bürgerbahnhöfe wie in Cuxhaven oder auch in Bersenbrück seien nicht vergleichbar, so Karl-Heinz Wedemeyer, weil die Gebäude nicht wie in Nordenham zum Deichschutzgebiet gehören. Nach dem Deichrecht werde keine Entschädigung gezahlt, sofern das Gebäude eines Tages eventuell dem Deichschutz weichen müsse.

Karl-Heinz Wedemeyer wies darüber hinaus auf die Initiativen von Manfred Wolf hin, wonach die ehemalige Leichenhalle für ein Kulturzentrum genutzt werden soll. „Daraus ist nichts geworden, weil der Sanierungsaufwand 250 000 Euro betragen würde.“ Karl-Heinz Wedemeyer fügte hinzu: „Das ist aber eine kleinere Nummer als ein Bürgerbahnhof.“

SPD-Fraktionschef Manfred Brunßen sagte, vor acht oder neun Jahren sei eine große Aktion gescheitert, weil kein Verein oder Initiative bereit war, zu investieren. Trotzdem sei die Grundidee von Manfred Wolf gut. Wenn sich genügend Genossen für eine Genossenschaft finden, könne weiter beraten werden.

CDU-Fraktionschef Horst Wreden plädierte dafür, sich noch einmal das Nutzungskonzept anzusehen, das bereits im Jahr 2007 erarbeitet worden sei.

Bürgermeister Carsten Seyfarth (SPD) meinte ebenfalls, das Projekt sei wegen der deichrechtlichen Vorgaben nicht vergleichbar mit Bürgerbahnhöfen wie in Cuxhaven oder Vlotho, aber es sei ein gutes Vorhaben. Er fügte hinzu: „Es ist die Aufgabe von Manfred Wolf, Genossen zu finden und mit seinen Mitstreitern Eckpunkte zu erarbeiten. Gleichzeitig kann die Stadt den rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen abtasten und nochmals mit der Deutschen Bahn sprechen.“

Der Bürgermeister fügte hinzu: „Wir sollten bis Endes des Jahres gucken: Geht was oder geht nichts.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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