Nordenham Unter strengster Geheimhaltung und begleitet von einem Großaufgebot der Polizei erreichen am frühen Morgen des 26. Januar gegen 5.30 Uhr zwei Spezialtransporter das Nordenhamer Stadtgebiet. Die NWZ  beobachtet das Geschehen. Atomtransport-Gegner sind offenbar nicht informiert. Jedenfalls kommt es zu keinen Protestaktionen. Gegen 13.30 Uhr verlässt ein Transportschiff den Midgard-Hafen.

Erst am Nachmittag bestätigt die Polizei, dass unbestrahlte – also nicht hochradioaktive – Kernbrennstoffe über Nordenham in die USA verschifft werden. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr bestanden, so die Polizei.

Am nächsten Tag ist vom Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter zu erfahren, dass Ausgangsorte des Transportes kerntechnische Anlagen in Deutschland und der Schweiz waren.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Ära Francksen endet

Am 1. Februar endet die Ära Francksen: Der im November 2015 mit einen Stimmenanteil von 59,8 Prozent von den Bürgern gewählte 47 Jahre alte Verwaltungsjurist Carsten Seyfarth (SPD) tritt die Nachfolge des 63 Jahre alten Bürgermeisters Hans Francksen (SPD) an, der aus Altersgründen nach acht Jahren im Amt nicht erneut kandidierte. Neuer Vize-Chef im Rathaus und damit Nachfolger von Carsten Seyfarth wird im Juni nach einstimmiger Entscheidung des Stadtrates Kämmerer Bert Freese (55).

Einen Rückblick auf besonders bemerkenswerte Ereignisse und Entwicklungen in Nordenham im Jahr 2016 aus meiner Sicht als Redakteur gebe ich mit diesen Schlaglichtern. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sind nicht frei von kommentierenden Einschätzungen.

Auch Abbehausens Ortsbürgermeister Karl-Heinz Wedemeyer (CDU) sagt Tschüs – nach zehnjähriger Amtszeit. Zum Nachfolger des 74-Jährigen wählt der im September neu gewählte Ortsrat auf seiner ersten Sitzung im Oktober den 25-jährigen Tischler Tobias Thormählen (CDU).

Bei der Kommunalwahl am 11. September gelingt gleich mehreren jungen Leuten der Sprung in den Stadtrat. Dagegen sehr unerfreulich: Die Wahlbeteiligung beträgt lediglich knapp 45 Prozent.

Im März und April macht sich Unmut bei Grundeigentümern der Schulstraße breit. Sie lehnen den Ausbau ihrer Straße wegen der von ihnen zu zahlenden hohen Beiträge und der Furcht vor einem stärkeren Verkehrsaufkommen ab. Schließlich zieht Bürgermeister Carsten Seyfarth die Reißleine. Der Bauausschuss folgt seinem Vorschlag, auf den Straßenausbau vorerst zu verzichten.

WeserFähre fällt aus

Folgenschweres Unglück am 24. Juni: Der Blexer Fähranleger wird von einem Erzfrachter gerammt. Der Reparaturaufwand erweist sich als größer und komplizierter als erwartet. Der Fährverkehr wird vom 24. Juni bis 16. September eingestellt. Die Reparatur kostet etwa 1,8 Millionen Euro. Die Weserfähre GmbH hofft, dass auch die durch den Ausfall entgangenen Einnahmen in Höhe von 400 000 Euro von der Versicherung erstattet werden.

Zum leidigen Dauerbrenner mit Peinlichkeitsfaktor entwickelt sich der 1972 errichtete Rathausturm. Die Fassade ist wegen zahlreicher Schäden schon im Jahr 2013 untersucht worden. 2014 werden neue Defekte sichtbar – und entfernt. 2015 müssen ebenfalls größere Schäden behoben werden.

Aus für Kaufland

Das beeindruckt ganz besonders: Trotz aller Bitterkeit winken sie freundlich zum Abschied. 68 Mitarbeiter verlieren mit der Schließung des Kaufland-Marktes in Atens am 30. September ihren Arbeitsplatz. 58 von ihnen werden zum 1. Oktober in eine Transfergesellschaft aufgenommen – für 9 bis maximal 12 Monate.

Was aus dem Gebäude und dem Grundstück wird, lässt Eigentümer Kaufland vorerst offen. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.

Weitergehende Untersuchungen folgen. Ergebnis: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Vom 21. November bis 27. Dezember dieses Jahres laufen Arbeiten zur Sicherung der Fassade. 5000 Stahlstifte und 400 Gewindestangen sollen der bröckelnden Gebäudehaut Halt geben. Die Kosten einschließlich Folgekosten für die nächsten vier Jahre belaufen sich auf rund 325 000 Euro.

Damit ist die Entscheidung über die Zukunft des 46,6 Meter hohen Turms nur aufgeschoben. Derweil zeichnet sich aber im Stadtrat eine große Mehrheit für einen Abriss ab – ganz einfach, weil eine nachhaltige Sanierung für die klamme Stadt nicht finanzierbar ist. Fraglich ist sogar, ob ein Ersatzbau für weiterhin benötigte Büros bezahlt werden kann. Der Stadtrat wird bald Farbe bekennen müssen. Andernfalls droht das Thema zu einer Posse zu werden.

Heikle Finanzspritze

Ähnliches gilt für das Angebot der Landesregierung, der hoch verschuldeten Stadt mit einer Finanzspritze von 1,21 Millionen Euro zu helfen. Im Gegenzug muss die Stadt Ausgaben streichen oder mehr Einnahmen erzielen. Denn andernfalls würde das Steuerzahlergeld aus Hannover nur „verbraten“ statt damit eine Entschuldung zu unterstützen. Doch genau das fällt allen Fraktionen sehr schwer. Obwohl die gute Nachricht bereits im Mai kam, haben sich alle bisher mit Sparvorschlägen ganz fein bedeckt gehalten. Spätestens im Januar bei den Beratungen des Hauhalts 2017 wird sich zeigen, ob der Stadtrat bereit ist, Verantwortung auch für nachfolgende Generationen zu übernehmen.

Besser geht’s nicht

2016 hat sich gezeigt: So schwer wird es der Stadt gar nicht gemacht. Die Landesregierung bewilligt zusätzliche Fördergelder für die geplante Neugestaltung des Areals am Fähranleger in Blexen und für die Sanierung des Wirtschaftsweges Mitteldeich. Folglich muss die Stadt nur noch einen Eigenanteil von jeweils 5 Prozent (!) der Gesamtsumme von etwa 855 000 Euro für Blexen und 177 000 Euro für Mitteldeich aufbringen. Besser geht’s nicht.

Keine Antwort

Was kommt nach der Ära Schöffner? Das ist Stadtgespräch, seit Dr. Günther Schöffner am 30. November nach fast vierjähriger Tätigkeit sein Ausscheiden als Geschäftsführer der Norddeutschen Seekabelwerke (NSW) bekannt gegeben hat. Die Zahl der Mitarbeiter ist von 570 auf 430 reduziert worden. Wie es weitergeht, hat der Mutterkonzern General Cable noch nicht mitgeteilt.

Erfreuliche Schlagzeilen macht das Werk Einswarden des Flugzeug-Strukturen-Herstellers Premium Aerotec. Dort wird am 23. September die „Flowline“ genannte neue Montagelinie zur Endmontage von Rumpf-Schalen in Betrieb genommen.

Gut voran kommt auch der Bau der neuen Helios-Klinik in Esenshamm. Die letzte Hürde wird im August genommen mit der Erteilung der Genehmigung für den weiteren Innenausbau. Im Vorgriff auf die für Mitte 2017 geplante Eröffnung wird das medizinische Angebot in der alten Klinik sogar erweitert. Im Oktober startet eine neue kardiologische Abteilung.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.