NORDENHAM Sie verstehen sich nicht als Konkurrenz, sondern wollen die Zusammenarbeit. Trotzdem bekommen die Betriebsratsmitglieder der Rhenus Port Logistik (RPL) Zentrale GmbH reichlich Gegenwind von der Arbeitnehmervertretung der Rhenus Midgard GmbH. Die Gewerkschaft Ver.di hat sogar schon das Arbeitsgericht eingeschaltet und fordert die Auflösung des dreiköpfigen Gremiums. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar“, sagt der Vorsitzende des Zentrale-Betriebsrates, Christian Ratschke (23).

Interessen besser vertreten

Wie berichtet, haben die Angestellten von RPL Zentrale bei den jüngsten Betriebsratswahlen in dem Hafenunternehmen erstmals eine eigene Vertretung gebildet. „Wir fühlten uns vom bisherigen Betriebsrat schon seit Jahren vernachlässigt“, begründet Vize-Vorsitzender Hartmut Timmermann (54) den Schritt. Für den Betriebsrat von Rhenus Midgard hätten stets die Interessen der Hafenarbeiter im Mittelpunkt gestanden, aber nicht die der Angestellten.

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Die Möglichkeit einen eigenen Betriebsrat aufzustellen, ergab sich durch die 2005 erfolgte Gründung von RPL Zentrale. In diese neue Gesellschaft, die an keinen Tarif gebunden ist, traten nach und nach die kaufmännischen Angestellten aus der Verwaltung über. RPL Zentrale ist als Dienstleister für insgesamt zehn Standorte aus dem Rhenus-Seaport-Bereich zuständig. Zu den Aufgaben gehören Finanzbuchhaltung, Lohnabrechnung, Controlling und Betreuung der Informationstechnik. Die Mitarbeiter haben ihre Büros im alten Midgard-Verwaltungsgebäude außerhalb des Hafens.

Einige Wochen vor dem Wahltag entschlossen sich die Zentrale-Beschäftigten bei einer Angestelltenversammlung einstimmig, einen eigenen Betriebsrat einzuberufen. Auf diese Möglichkeit hatte sie bei der Zusammenkunft auch der Vorsitzende des Rhenus-Midgard-Betriebsrates, Rüdiger Kösling, hingewiesen.

Daher wundern sich Christian Ratschke und seine beiden Mitstreiter Hartmut Timmermann und Stefanie Holst umso mehr über die Stolpersteine, die sie jetzt von Rüdiger Kösling und von Ver.di in den Weg gelegt bekommen. Mit deren Argumentation, dass RPL Zentrale kein eigenständiger Betrieb sei, sondern ein Bestandteil des Hafenstandorts Nordenham, muss sich nun das Arbeitsgericht auseinandersetzen. Mit einer ersten Entscheidung rechnet Christian Ratschke frühestens in einem halben Jahr.

An der Betriebsratswahl nahmen 34 der 38 stimmberechtigten Zentrale-Mitarbeiter teil. Darunter auch 17 kaufmännische Auszubildende, die ihre Lehre an verschiedenen Rhenus-Standorten absolvieren. Dass sich die Azubis auf der Liste von RPL Zentrale und nicht von Rhenus Midgard befanden, hat Folgen. Denn dadurch sank die Zahl der Wahlberechtigten für den Rhenus-Midgard-Betriebsrat unter 100. Somit darf das Gremium nur noch aus fünf statt acht Mitgliedern bestehen. Diese Verringerung der Mandate will die Geschäftsführung mit einer Anfechtung der Wahl erreichen. Es kann also der Fall eintreten, dass beide Betriebsräte des Hafenunternehmens aufgelöst werden müssen.

Einheitliche Regelungen

Für die Angestelltenvertreter sind einheitliche Urlaubs- und Gehaltsregelungen ein vorrangiges Ziel. In diesem Zusammenhang wollen sie auch einen Haustarif zum Thema machen. Zudem strebt der Zentrale-Betriebsrat an, die Ausstattung der Arbeitsplätze zu verbessern und das ungeliebte Großraumbüro wieder abzuschaffen. Auch für die Übernahme der Auszubildenden wollen sich Christian Ratschke und seine Kollegen einsetzen.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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