Friedrich-August-Hütte Nach dem Produktionsstopp am vergangenen Sonnabend bei der Weser-Metall GmbH werden viele Mitarbeiter mit Spannung verfolgen, was bei der für diesen Dienstag angesetzten Gesellschafterversammlung herauskommt. Bei der Sitzung in Frankfurt könnten die Weichen gestellt werden, wie es mit der finanziell schwer angeschlagenen Bleihütte weitergeht. In einem Pressegespräch am Montag haben der Betriebsratsvorsitzende Cebrail Demir und der Geschäftsführer der IG Metall Wesermarsch, Jochen Luitjens, deutlich gemacht, dass sie sich eine vernünftige und langfristige Strategie für den Fortbestand des Unternehmens wünschen. Die Entscheidung dürfe nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Wie die NWZ berichtete, hängt der Weiterbetrieb davon ab, dass sich ein Käufer für das Unternehmen findet. Den Produktionsstopp hatte das Unternehmen damit begründet, dass sich mit zunehmender Dauer des seit Mitte Mai laufenden Schutzschirmverfahrens die finanziellen Spielräume verengt haben. Für den Betriebsratsvorsitzenden könnte er aber auch ein Zeichen dafür sein, dass hinter den Kulissen kräftig gepokert wird. „Wir sind vom Produktionsstopp völlig überrascht worden“, sagt Cebrail Demir. Nach seinen Worten muss das „Geschachere“ jetzt ein Ende haben. „Es geht hier schließlich um 330 Arbeitsplätze.“

„Natürlich herrscht unter den Kollegen Verunsicherung“, sagt Cebrail Demir weiter. Schließlich stehe auch das Szenario einer Betriebsschließung im Raum. Der Betriebsratsvorsitzende ist aber zuversichtlich: „Es findet sich schon jemand, der uns kauft“, sagt er. „So uninteressant sind wir nicht.“ Und auch Jochen Luitjens ist optimistisch: „Niemand kann ein Interesse daran haben, dass hier der Schlüssel für immer umgedreht wird.“

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Nach Informationen von Cebrail Demir gibt es mehrere Interessenten für den Kauf der Bleihütte. Einer dieser Interessenten habe auch gegenüber dem Betriebsrat ein Konzept für den Weiterbetrieb vorgestellt. Dieses Konzept sei auf große Zustimmung gestoßen. Cebrail Demir setzt große Hoffnungen in die Elektromobilität. Für die Herstellung von Batterien werde Blei benötigt. Der Betriebsratsvorsitzende geht davon aus, dass die Nachfrage wieder steigen wird. Unterstützung bekommt die Hütten-Belegschaft von der Politik. Weser-Metall biete als einer der letzten Betriebe in Deutschland eine hochmoderne, umweltschonende und industriell erprobte Methode zum Recycling von Blei, teilt die CDU-Stadtratsfraktion mit. Sie fordert Landes- und Bundesregierung und auch die Abgeordneten aus der Wesermarsch auf, die Bleihütte jetzt zu unterstützen. „Zusätzlich zur Pandemiesituation drohen sonst viele weitere Arbeitsplatzverluste in unserer Stadt und der Region.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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