Friedrich-August-Hütte Worauf kommt es in der Betriebsratsarbeit auf der Nordenhamer Zinkhütte an? „Darauf, dass alle gut zusammenarbeiten – sowohl in der Belegschaft als auch mit der Führungsebene. Wir wollen die Hütte weiter voranbringen.“ Das sagt Klaus Garlichs aus Großensiel und fügt hinzu: „Wir sind schon sehr gut – auch in der Arbeitssicherheit; wir wollen aber noch viel besser werden.“ Der 40 Jahre alte gelernte Chemikant ist seit März 2018 Betriebsratsvorsitzender.

Gutes Einkommen

Wichtig sei und bleibe für die Beschäftigten ein gutes Einkommen. Der Betriebsrat kümmere sich aber auch um Kleinigkeiten und sorge für jährlich zwei Betriebsfeste, ein Rentnerfest und eine Kinderweihnachtsfeier sowie einen Essensgutschein über 30 Euro zu Weihnachten für jeden Mitarbeiter, erläutert Klaus Garlichs.

Die Zukunftsaussichten für die Nordenhamer Zinkhütte sind nach Einschätzung des Betriebsratsvorsitzenden sehr gut. „Das Personal wächst ständig, wir werden bald die Zahl von 400 Mitarbeitern erreichen und vielleicht auch die Produktionskapazitäten ausbauen.“ Die Produktion lege stetig zu. Die einzige Zinkhütte in Deutschland wolle auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig bleiben. Größte Herausforderung sei und bleibe die Belastung durch hohe Energiekosten.

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Als energieintensives Unternehmen benötigt die Hütte für die Produktion von Zink und Zinklegierungen jährlich etwa 650 000 Megawattstunden Strom. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von etwa 150 000 bis 160 000 Drei-Personen-Haushalten in Deutschland.

Klaus Garlichs ist seit 23 Jahren aktives Mitglied der IG Metall. Gewerkschaftsarbeit ist für ihn ganz wichtig, denn andernfalls gebe es keine Sicherheit für die Arbeitnehmer. Die Tarifbindung sei für alle Betriebe ganz wichtig.

Seit einem Jahr steht Klaus Garlichs an der Spitze der 28 Vertrauensleute der IG Metall in der Zinkhütte. 2014 ist er erstmals in den Betriebsrat gewählt worden. Im März vergangenen Jahres hat er sich in einer Kampfabstimmung gegen Bodo Bär durchgesetzt, der seit 2004 Betriebsratsvorsitzender war. Als Betriebsratschef ist Klaus Garlichs seither freigestellt von seiner Arbeit als Anlagenfahrer.

Zuvor war er sehr aufmerksam und engagiert in der Zinkproduktion tätig. Der gelernte Chemikant war im Jahr 2008 für seine ersten zehn Verbesserungsvorschläge ausgezeichnet worden. In den Jahren danach hat er etwa 120 weitere praktikable Vorschläge gemacht. Für den 100. hat er im August 2015 von der Geschäftsführung eine Prämie von 1000 Euro und einen Präsentkorb bekommen. Dank seiner Anregungen konnten vielfältige Einsparungen an Material und Verschleiß sowie vor allem eine noch höhere Arbeitssicherheit erreicht werden.

Klaus Garlichs gehörte bis Ende 2017 acht Jahre der Einsatzreserve der Bundeswehr an und brachte es bis zum Stabsunteroffizier.

Weil er nebenbei etwas ganz Praktisches machen möchte, ist er seit drei Jahren als einer von 44 Werksangehörigen in der Werkfeuerwehr tätig. Es handelt sich um eine gemeinsame Feuerwehr für die Zinkhütte und die benachbarte Bleihütte der Weser-Metall GmbH. Im vergangenen Jahr ist sie zu fast 100 Einsätzen – überwiegend Hilfeleistungen – gerufen worden.

Ehrenamtlicher Richter

Zum 1. Januar ist der neue Betriebsratsvorsitzende zudem – für fünf Jahre – zum ehrenamtlichen Richter beim Arbeitsgericht Oldenburg berufen worden.

Persönlich bedeutet dem Vater von zwei Kindern die Nordenhamer Zinkhütte alles. Der gebürtige Nordenhamer war schon als Kind fasziniert von Anblick dieses Industriebetriebes und dem Schornsteinrauch. Auch sein Vater und sein Bruder arbeiten hier. „Ich bin ein Kind der Hütte“, sagt Klaus Garlichs.

Seit 110 Jahren produziert die Nordenhamer Zinkhütte im Stadtteil Friedrich-August-Hütte Zink- und Zinklegierungen. In den vergangenen zwei Jahren ist die Jahresproduktion von 145 000 auf rund 160 000 Tonnen gesteigert worden. 300 der 370 Mitarbeiter sind in den Produktionsabteilungen tätig. Die NWZ stellt Beschäftigte und Arbeitsplätze vor. Mit der heutigen Folge wird diese Serie abgeschlossen.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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