LEMWERDER – Fleischsalat: Den genießt Martin Birkhoff immer noch oft, reichlich und in vollen Zügen. Schließlich war er fünf Jahre lang abstinent, während er gemeinsam mit seiner Partnerin Anke Preiß auf der „Just Do It“ die Welt umsegelte (die NWZ  berichtete mehrfach). Im Oktober waren die beiden in den Heimathafen zurückgekehrt. Und seitdem steht Fleischsalat eben häufiger auf dem Speiseplan. Das gilt auch für Currywurst. „Allerdings gab es in Singapur in einem türkischen Restaurant Currywurst“, erinnert sich Birkhoff an die lange Reise.

Nach fünf Jahren waren es Kleinigkeiten, über die sich der 52-Jährige so richtig freuen konnte: seine Badewanne zum Beispiel. „Wir haben aber auch unterwegs oft gestaunt, was es in der Welt alles gibt: Kinderschokolade gibt’s einfach überall. Und wir haben Pflaumenkuchen vom Blech bekommen – wie zu Hause eben.“ Den langen Winter hat Martin Birkhoff in der Heimat genossen: „Ich hatte schon länger keinen Schnee mehr gesehen und keine richtigen Jahreszeiten erlebt. In den meisten Ländern gab es eher nur die Trocken- und die Regenzeit.“

Um seine Familie, vor allem um den kranken Vater, hat sich Birkhoff seit seiner Rückkehr intensiv gekümmert. Deshalb wollte er am Ende der Weltumsegelung möglichst schnell zurück. Die letzten 13 Monate der Tour ist Birkhoff alleine gesegelt. Anke Preiß musste nach vier Jahren ab Tahiti wieder nach Bremen fliegen, weil sie von ihrem Arbeitgeber nicht länger freigestellt wurde.

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Geblieben sind nun unzählige Erinnerungen, festgehalten auch auf rund 20 000 Fotos. Die Hafeneinfahrt von Rio de Janeiro im Abendrot sei wahnsinnig schön gewesen, sagt Birkhoff. Landschaftlich haben ihn Feuerland und Patagonien besonders beeindruckt, die Menschen in Argentinien fand er besonders sympathisch. Die Südsee-Atolle seien hingegen langweilig, „nur Strand und ein paar Palmen“. Birkhoff hat unterwegs auch gelernt, dass „Deutsche im Ausland einen wahnsinnig guten Ruf haben. Daraus machen wir viel zu wenig“.

Und der Landschaftsplaner hat gelernt, dass er in seinem Zuhause deutlich weniger materielle Dinge braucht, als er es früher für möglich gehalten hätte. „Unser Schlafzimmer ist jetzt so groß wie vorher das ganze Schiff“, erzählt Birkhoff. Das Paar ist erst nach der Weltumsegelung in eine gemeinsame Wohnung gezogen, zusammen auf engem Raum zu leben war für sie auf See eine neue Erfahrung. „Wir sind von unserer Art her beide Kapitäne, natürlich haben wir manchmal auch getobt“, sagt Birkhoff, glücklicherweise hatten beiden bis zum nächsten Hafen immer noch viele Seemeilen vor sich, so dass man sich wieder abregen konnte.

Fünf Jahre Weltumsegelung: eine Herausforderung und Probe für Mensch und Beziehung. Die Heimkehr ebenso. Und nun? „Wir werden irgendwann wieder eine große Tour machen. Es gibt noch viel zu sehen.“

Anja Biewald Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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