Nordenham Kater Fedor galt vier Wochen als vermisst. Er steckte in einem Kriechkeller in der Nachbarschaft fest. Als er entdeckt wurde, war er schon ziemlich abgemagert. Die Finder meldeten die Katze bei Facebook. Heidi Huth-Hinrichs bekam das mit und wurde hellhörig. Handelte es sich tatsächlich um den vermissten Fedor? Ja. In einer schwierigen Rettungsaktion befreiten die Vorsitzende des Tiersuchdienstes Wesermarsch und die Katzenhalterin Fedor aus dem Keller.

Von Fedors Rettung erzählt das Mai-Blatt in einem Kalender, den der Tiersuchdienst anlässlich seines bevorstehenden fünfjährigen Bestehens als Verein herausgebracht hat. Im Februar 2009 hatten sich sieben Tierfreunde zusammengetan, um den Verein aus der Taufe zu heben. Inzwischen hat der Tiersuchdienst 83 Mitglieder. Gegründet hatte ihn Heidi Huth-Hinrichs im Jahre 2000. Nachdem ihre eigene Katze verschwunden war, begann sie Fund- und Vermisstenmeldungen zu sammeln.

Die Bilanz des Tiersuchdienstes kann sich sehen lassen. Allein im vergangenen Jahr hat der Verein 116 Fundtiere an ihre Besitzer zurückvermittelt. In diesem Jahr sind es schon jetzt 163. „So viel hatten wir noch nie zu tun“, sagt Heidi Huth-Hinrichs. Überwiegend hat der Tiersuchdienst mit Katzen zu tun. Aber in diesem Jahr sind auch ungewöhnlich viele Hunde dabei. Gelegentlich werden dem Verein auch andere Tiere gemeldet, zum Beispiel Kaninchen, Ratten, Schildkröten und sogar Schlangen.

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Immer bekannter

Die Zunahme an Fund- und Vermisstenmeldungen führt Heidi Huth-Hinrichs auch darauf zurück, dass der Tiersuchdienst immer bekannter wird. Nach den Worten von Silvia Kerney, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Verein zuständig ist, landen im Monat zwischen 10 000 und 40 000 Besucher auf der Facebook-Seite des Tiersuchdienstes. Außerdem gibt es im Internet einen You-Tube-Kanal des Vereins.

Die Zusammenarbeit mit dem Nordenhamer Tierheim, mit den Tierpensionen, mit der Polizei, mit den Kommunen klappt inzwischen sehr gut, freut sich Silvia Kerney. Gerade in den Kommunen gebe es inzwischen einen Automatismus, dass der Tiersuchdienst bei Fundtieren informiert wird. Dass hänge auch damit zusammen, dass die Kommunen erhebliche Kosten sparen, wenn es dem Verein gelingt, die Besitzer der Fundtiere schnell wieder ausfindig zu machen. Bei Hunden gelinge dies oft noch am selben Tag.

Das Gros der Fundtiere bilden Katzen, darunter viele junge Ausreißer. Silvia Kerney sagt, dass viele Tierhalter ihre Katzen zu früh nach draußen lassen. Nach ihren Worten haben Katzen erst nach einem Jahr einen zuverlässigen Orientierungssinn und finden wieder nach Hause. An den eigenen Garten könnten die Tiere schon vorher gewöhnt werden. „Wenn sie übermütig werden, sollte man sie schnell wieder reinholen, indem man sie zum Beispiel mit einem Spielzeug anlockt.“ Silvia Kerney rät, Katzen erst nach draußen zu lassen, wenn sie kastriert und gechipt sind. Sie warnt davor, Katzen ein Halsband anzulegen. Immer wieder komme es vor, dass sich Katzen damit selbst strangulierten.

Ein weiteres Ärgernis für den Tiersuchdienst ist, dass sich die seit dem 1. Januar dieses Jahres in Nordenham geltender Chippflicht für Katzen noch nicht bei allen herumgesprochen hat. Nach Meinung von Silvia Kerney tut die Stadt zu wenig, um die Chippflicht bekannt zu machen. „Viele Katzenhalter wissen überhaupt nichts davon.“ Silvia Kerney weist zudem darauf hin, dass ein Chip allein nicht hilft, wenn die Katzen nicht auch in einem Haustierregister registriert sind.

3500 Kilometer im Jahr

Seinen reichhaltig bebilderten Kalender hat der Tiersuchdienst in einer Auflage von 250 Exemplaren drucken lassen. Er kann unter Telefon  04731/22297 bestellt werden. Der Verein will ihn außerdem bei verschiedenen Anlässen, zum Beispiel bei Flohmärkten oder auf den Wochenmarkt, verkaufen. Silvia Kerney hofft, mit dem Erlös die Vereinskasse aufbessern zu können. Das Geld wird dringend benötigt. Die Tierfreunde sind im Jahr rund 3500 Kilometer im Auto unterwegs, Tierhalter und Tiere wie zum Beispiel Kater Fedor wieder zusammenzubringen.


     www.tiersuchdienst-wesermarsch.de, www.facebook.com/tiersuchdienstwesermarschev 
Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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