Fedderwardersiel „Unser Ziel ist, dass der Hafen dauerhaft zugänglich bleibt. Das bedeutet, dass auch dauerhaft gebaggert werden muss.“ Das sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) am Freitagabend bei einem Gespräch in Fedderwardersiel, zu dem die Gemeinde ihn eingeladen hatte.

„Das Warten hat sich gelohnt“, resümierte Bürgermeisterin Ina Korter nach dem Ministerbesuch – Olaf Lies war mit halbstündiger Verspätung von einer VW-Aufsichtsratssitzung in Wolfsburg nach Butjadingen gekommen. Neben der Zusage des ständigen Spülens und Baggerns regte der Minister eine Fachleutekonferenz im ersten Halbjahr 2018 an, bei der geprüft werden soll, ob es einen nachhaltigen Weg gibt, die Fahrrinne nach Fedderwardersiel offen zu halten.

Eine Studie über die Sedimentbewegungen im Fahrwasser müsse aber nicht unbedingt zu einer Lösung führen, gab Olaf Lies zu bedenken. Wenn die Fachleute in einem von ihm angeregten Vorgespräch zu der Auffassung kämen, dass es keine Lösung gibt, „dann gibt es auch keine Konferenz“. Und sollte eine Untersuchung so viel kosten wie fünf Jahre Baggern, dann bevorzugt der Minister die Baggervariante „Das ist ja keine halbe Lösung, sondern eine ganze, wenn wir das Baggern dauerhaft absichern“, betonte Olaf Lies.

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„Wega II“ wird verlängert

Das Fahrgastschiff „Wega II“ soll um 4,80 Meter verlängert werden. Das teilte Peter Eesmann, Geschäftsführer der Cuxhavener Reederei Cassen Eils, der das Schiff gehört, am Freitagabend während der Gesprächsrunde mit Wirtschaftsminister Olaf Lies in Fedderwardersiel mit.

Der Umbau soll möglichst bis zum Beginn der Saison 2018 abgeschlossen sein. Er soll die Kapazität der „Wega II“, deren Heimathafen Fedderwardersiel ist, von derzeit 70 auf 150 Fahrgäste erhöhen. Über die Pläne der Reederei wird die NWZ noch ausführlich berichten.

„Ohne Baggern geht nichts“, wies Fischer Söhnke Thaden darauf hin, dass der Querschnitt des Fahrwassers immer geringer wird. „Früher konnte man sich mit drei bis vier Schiffen begegnen, das geht jetzt schon nicht mehr mit zwei Kuttern mit ausgelegten Netzen“, sagte er. Der Ebbe- und Flutstrom halte die Weser tief – mit der Folge, dass die Seitenarme verlanden, nannte Söhnke Thaden eine Ursache für das Problem.

Die Fischer, neben Söhnke Thaden nahm Dirk Ostendorf an dem Gespräch im Havenhuus teil, begrüßen die derzeitige Praxis des Baggerns und Spülens unter Einsatz des Spezialschiffs „Seekrabbe“. Sie mahnten aber, dass dies dauerhaft keine Lösung sei. Sie fordern langfristig Planungssicherheit, „damit auch unsere Nachkommen Fedderwardersiel noch mit Krabbenkuttern ansteuern können“, sagte Söhnke Thaden. Er wies darauf hin, dass durch die Fischerei in Fedderwardersiel jährlich vier Millionen Euro Umsatz gemacht würden.

Bürgermeisterin Ina Korter ist klar, dass die landeseigene Hafengesellschaft Niedersachsen Ports den Fedderwardersieler Hafen nicht kostendeckend betreiben kann. Der volkswirtschaftliche Nutzen sei aber umso größer für die Tourismusgemeinde Butjadingen, so die Bürgermeisterin. Sie wies darauf hin, dass N-Ports noch bis zum 30. Juni 2021 die Genehmigung habe, jährlich 15 000 Kubikmeter Baggergut zu verklappen. Deshalb, so Minister Lies, sollte spätestens 2019 sichergestellt werden, „dass wir auch nach 2021 noch verklappen können“.

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