Esenshamm In Kreisen der Mitarbeiter der Helios-Klinik Wesermarsch in Esenshamm und in Kommunalpolitiker-Kreisen in Nordenham ist zu hören, dass der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Abteilung für Kardiologie, Dr. Andreas Reents, das Haus verlassen wird. Das hat große Unruhe und Besorgnis ausgelöst. Nach Informationen der NWZ hat Andreas Reents Ende vergangener Woche seine Kündigung eingereicht. Auf Nachfragen der NWZ bestätigte die Klinik am Mittwochmittag die Kündigung. Mehr noch: Sie bestätigte ebenfalls, dass auch Klinikgeschäftsführerin Annika Wolter gehen wird.

Donnerstag mehr

Pressesprecher Christoph Reiprich teilte mit: „Wir bestätigen, dass die Helios-Klinik Wesermarsch und Dr. Andreas Reents, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kardiologie, getrennte Wegen gehen werden. Auch Geschäftsführerin Annika Wolter wird das Unternehmen verlassen.“

Der Pressesprecher fügte hinzu: „Näheres möchten wir zuerst mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Donnerstag besprechen. Danach werden wir in einem Pressegespräch die noch offenen Fragen beantworten und Informationen über die Nachbesetzung bekanntgeben.“

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Annika Wolter ist seit Oktober 2014 Geschäftsführerin des Seehospitals Sahlenburg bei Cuxhaven, seit Juli 2015 zugleich Geschäftsführerin der Helios-Klinik in Cuxhaven und seit 15. August vergangenen Jahres zugleich Geschäftsführerin der Helios-Klinik Wesermarsch in Esenshamm.

Zwei Entscheidungen unter ihrer und unter der Ägide von Andreas Reents hatten für großen Unmut unter den Klinik-Mitarbeitern und in der Bevölkerung in der Stadt Nordenham sowie den Gemeinden Butjadingen und Stadland gesorgt: Die Schließung der Abteilung für Geriatrie zum 1. Oktober vergangenen Jahres und die dauerhafte Schließung der gesamten Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am 11. Februar dieses Jahres.

Bürger verärgert

Zudem verärgerte Annika Wolter viele Mitarbeiter und Bürger mit als provozierend aufgefassten Stellungnahmen zu den roten Zahlen, die das Haus schreibt.

Andreas Reents ist seit 1. Oktober 2017 Ärztlicher Direktor der am 13. Mai 2017 in Betrieb genommenen neuen Helios-Klinik.

Noch in der inzwischen abgerissenen alten Nordenhamer Klinik hatte Helios bereits zum 1. Oktober 2016 eine kardiologische Abteilung mit Herzkatheterlabor eingerichtet. Damit ist das Spektrum der Inneren Medizin am Klinikstandort Nordenham um die Behandlung von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen maßgeblich erweitert worden.

Dafür hatte der damalige Helios-Klinikgeschäftsführer Torge Koop als Chefarzt Andreas Reents gewonnen. Der damals 48-Jährige gebürtige Friese leitete zuvor seit 2007 das Elektrophysiologielabor des Klinikums Wilhelmshaven.

Auch nach seinem beruflichen Wechsel nach Nordenham blieb Andreas Reents privat fest in Wilhelmshaven verwurzelt.

Hohes Ansehen

Als Kardiologe hat sich Andreas Reents bei Patienten in der Wesermarsch hohes Ansehen erworben. Er hat nach Einschätzung vieler Beobachter maßgeblich zu einem starken Patientenzuwachs in der neuen Helios-Klinik beigetragen.

Wer künftig die Kardiologie-Abteilung in Esenshamm leiten wird, ist offenbar offen. Wegen der Kündigungsfrist scheidet Andreas Reents als Kardiologe ja auch erst in einigen Monaten aus.

Zurückhaltung

Mit Informationen über den neuen Ärztlichen Direktor in Esenshamm und den neuen Klinik-Geschäftsführer, dessen Berufung in Kürze erwartet wird, hielt sich Helios am Mittwoch noch bedeckt.

Wie bewertet der Klinik-Betriebsrat die neuesten Entwicklungen? „Von der Geschäftsführung bin ich zwar noch nicht über das Ausscheiden von Annika Wolter und Dr. Andreas Reents informiert worden“, sagte Ralf Feierabend am Mittwoch auf Anfrage der NWZ – und verwies auf die Betriebsversammlung an diesem Donnerstag. Der Betriebsratsvorsitzende hat aber von anderen Seiten entsprechende Informationen bekommen und äußert sich kritisch über das Verhalten von Chefarzt Andreas Reents: „Über das Ausscheiden von Andreas Reents bin ich richtig enttäuscht. Helios hat ihm ein nagelneues Herzkatheterlabor hingestellt. Er hat Mitarbeiter an diese Klinik gezogen. Er hat zweieinhalb Jahre mit allen Kollegen sehr gut zusammengearbeitet.“

Betriebsrat enttäuscht

Zu den vielen Stimmen in der Klinik und in der Stadt, die erfahren haben wollen, dass Andreas Reents ausgerechnet zu der Klinik wechselt, die in der Wesermarsch im scharfen Wettbewerb mit dem Nordenhamer Krankenhaus steht, also zum St.-Bernhard-Hospital in Brake, sagte der Betriebsratsvorsitzende auf weitere Nachfrage der NWZ: „Kursierende Gerüchte sagen, dass er nach Brake geht. Wenn das so sein sollte, wäre das ganz schlimm. Wir hätten Verständnis dafür, wenn Andreas Reents wohnortnaher, also näher zu Wilhelmshaven, tätig werden möchte oder wenn er an eine größere Klinik wechseln will. Aber wenn er nach Brake wechselt, haben wir dafür kein Verständnis.“

Die NWZ hat Andreas Reents am Mittwoch telefonisch erreicht. Er bestätigte seine Kündigung: „Offiziell habe ich am 30. September meinen letzten Arbeitstag.“ Die Frage, ob er zum St.-Bernhard-Hostital nach Brake wechselt, beantwortete der Kardiologie-Chefarzt und Ärztliche Direktor der Nordenhamer Helios-Klinik so: „Das ist noch nicht finalisiert. Ich führe Gespräche in alle Richtungen – natürlich auch mit Brake.“

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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